1.0/5
Bewertungen: 1
Rezensionen: 1
Alle Kritiken ansehen.
2 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ein wenig Monteverdi
  · 19.11.18
''Von Monteverdi bleibt an diesem Abend nicht viel übrig. Fünf Sängerinnen und Sänger gibt es immerhin, aber die singen nur hin und wieder mal ein paar Ausschnitte oder Zitate aus den Madrigalen. Das Ganze bewegt sich im Wechsel oder parallel zu Zitaten aus Popsongs und wummernden Techno-Beats aus dem Synthesizer. Die Musik fristet hier nur noch ein Schattendasein. Ausgehend von Monteverdi musste sie halt vorkommen. Instrumental sind nur noch Kontrabass, Gitarre und Synthesizer übriggeblieben. Man hätte auch darauf verzichten können.

Der kurze Abend ist ein Konzepttheater, das sich ein Thema gesetzt hat und dann möglichst viele Gewerke beschäftigen musste: Tanz, Gesang, Instrumente. Video muss natürlich auch dabei sein – da wird dann eine Tanzszene grobgepixelt mehrfach auf die Vorhänge projiziert. Das, was aus Monteverdis Musik hätte wirklich abgeleitet werden können: die sinnlich und körperlich erfahrbaren Emotionen, die Dissonanzen, die beim Hören bisweilen wehtun – das in die Gegenwart zu versetzen, bleibt Behauptung. Bewegung, Bilder und Musik finden nicht zueinander. Der Abend ist ein 70-minütiges unsystematisches Brainstorming, das selbst für diese kurze Aufführungsdauer erschreckend eindimensional, oberflächlich und dünn bleibt.'' schreibt Andreas Göbel auf kulturradio.de
War die Kritik hilfreich?