1.7/5
Bewertungen: 9
Rezensionen: 3
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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Unglaubwürdig
  · 05.11.18
''Erstaunlich eigentlich, schaut man sich all die prominenten Namen auf dem Besetzungszettel an: Wolfgang Michael, Corinna Kirchhoff, Nico Holonics, Martin Rentzsch, Peter Moltzen. Bösch kann sich nicht recht entscheiden, ob er sie nun grell und fratzenhaft überzeichnen will – oder doch auf psychologisch-realistische Nachvollziehbarkeit Wert legt. Zwischen diesen Polen changierend wirken die Spieler dann schlicht unglaubwürdig.

Am problematischsten tritt das bei Corinna Kirchhoff in der Rolle der Sophie von Essenbeck zutage. Bei Viscontis ist sie eine zuckersüß lächelnde, begehrenswerte Frau, die den sie vergötternden Liebhaber für den eigenen Machtgewinn missbraucht. Kirchhoff gibt sich alle Mühe, sie alt und verhärmt aussehen zu lassen, ein totes Eisgesicht, eine schnarrende Stimme. Schon klar: Sie soll eine blutrünstige Lady Macbeth sein – Visconti hat seinen Film an das Shakespeare-Drama angelehnt, Bösch lässt sogar Macbeth-Zitate einfließen und Verdis Oper spielen. Doch diese Sophie ist nichts als eine unerträgliche Schreckschraube, deren Mann völlig irre sein muss. Peter Moltzen gibt ihn als überzogen fahrigen, stotternden Emporkömmling, den eine Art Ödipus-Komplex an seine hyperdominante Gattin fesselt.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio auf kulturradio.de
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