1.7/5
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Handwerklich solide Stadttheater-Nacherzählung des Visconti-Films
  · 03.11.18
Der Versuch, den Filmklassiker für die Bühne zu adaptieren, kommt nicht über nacherzählendes, handwerklich solide gemachtes Stadttheater hinaus. Der kolportagehafte Plot intrigierender, verkommener Großindustrieller, die sich mit wechselnden Bündnissen gegenseitig ausbooten, sich den Nazis ausliefern und ihren Untergang heraufbeschwören, ist schon bei Visconti bewusst voller Stereotype statt facettenreicher Figuren. Die holzschnittartige Schwarz-Weiß-Zeichnung verleiht den knapp zwei Stunden an diesem Theater-Abend etwas Lähmendes.

Warum der Stoff fünf Jahrzehnte nach dem Kinostart des Originals im Revolutionsjahr 1968 aktuell immer wieder aufgegriffen wird, liegt sicher an seinem mahnenden Zeigefinger, mit dem er vor einem Bündnis des Establishments/Kapitals mit rechten, autoritären Demagogen warnt. Die Warnzeichen der vergangenen Jahre sind nicht zu übersehen, unsere Demokratie ist unter Druck geraten und nicht mehr so robust wie sie noch vor einigen Jahren schien. Natürlich wollen und müssen sich auch die Theater damit auseinander setzen.

„Die Verdammten“ ist in seiner grellen Überzeichnung und kolportagehaften Art jedoch ein Stoff, der sich nicht besonders gut eignet, die notwendigen Debatten anzustoßen und zur weiteren Reflexion einzuladen.
So eindimensional wie der Theaterabend bleiben auch die Essays im begleitenden Programmheft. Der Plot schnurrt sauber, aber überraschungsarm ab, bis am Ende nur noch Martin übrig bleibt. Er tötet Mutter und Stiefvater, liefert sich und den gesamten Konzern den Nazis aus.

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