Kritik zuDie Dämonen
3.5/5
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Schwarze Fahnen
  · 26.10.18
''Der zweite Teil der Inszenierung nimmt Fahrt auf, man versteht manches nachträglich und es gelingt, Dostojewskijs Vorahnung der totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts in beklemmenden Szenen deutlich zu machen. Nur wer sich nicht gleichschalten läßt, bleibt am Leben. Die Wahrheit hat eine kleine Elite gepachtet, ansonsten gibt’s Fake news. 

Was allerdings die verzweifelte Hauptfigur Stawrogin (cool: Silas Breiding) mit aktuellen Befindlichkeiten zu tun hat, bleibt rätselhaft. Seine breit ausgestellte Geschichte, wie er aus einer Sauflaune heraus eine Verrückte heiratet, ihren Tod nicht verhindert und ein 12-jähriges Mädchen in den Selbstmord treibt, nur um den „Rausch des quälenden Bewusstseins meiner Gemeinheit“ zu genießen, dieser Stawrogin erinnert eher an einen de Sade. Das sind wohl kaum die Nöte der heutigen Jugend. 

Wie sagte gegen Ende der Hauslehrer Werchowenskij (Jörg Lichtenstein) sinngemäß in einer witzigen Impro-Szene? "Schon blöd, wenn man als einziger älterer Darsteller engagiert ist! So viel Dialog gekürzt. Von einem jungen Regisseur, in Klammer 26, der sich nur für die Jugend interessiert.“ Hätte er doch!'' schreibt Petra Herrmann am 26. Oktober 2018 auf KULTURA-EXTRA
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