3.0/5
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Walzertraum und Charlestonglück
  · 22.10.18
''Für die Titelrolle ist Lilli Wünscher sowohl stimmlich als auch darstellerisch die absolute Idealbesetzung schlechthin: Mit üppig-warmem, strahlendem Sopran und dem nötigen Drive spielt sie überzeugend die verwöhnte, kesse Amerikanerin, die jedoch schnell ihre Oberflächlichkeit hinter sich lässt. Die Rolle des Sándor Boris ist Radoslaw Rydlewski quasi auf den Leib geschrieben und er singt und spielt die Partie mit ungemein viel Leidenschaft, Hingabe und tenoralem Schmelz. Laura Scherwitzl singt die Prinzessin Rosemarie mit hellem, klaren Sopran und genau der richtigen Dosis Komik und verdreht Jeffery Krueger, der wie immer mit frischem Tenor und Jungenhaftigkeit agiert, als Marys Privatsekretär James Bondy gehörig den Kopf. 

Überhaupt sind die Sänger bei dieser Inszenierung tänzerisch stark gefordert, auch wenn das Ballett (Choreographie: Kathi Heidebrecht) natürlich den Großteil trägt und viel Gelegenheit hat, zu glänzen. Doch auch die zahlreichen Nebenrollen sind bestens besetzt, von Milko Milev in einer herrlich komischen Doppelrolle als Benjamin Lloyd/König Pankraz über Justus Seeger als Tihanyi bis hin zu Ansgar Schäfer als Graf Bozajowitsch. 

Fazit: Als der Vorhang fällt, belohnt das Publikum alle Mitwirkenden mit tosendem Applaus, Bravi und Standing Ovations und zeigt, auch diese Ausgrabung der MuKo hat sich gelohnt, und wie! Sie ist bunt und unterhaltsam, charmant, nostalgisch, ein bisschen kitschig, gekonnt gesungen und getanzt und eigentlich würde man gerne noch länger zuhören. Eine großartige Ensembleleistung zu der man nur gratulieren kann, insofern sollte man sich dieses tolle Stück nicht entgehen lassen!'' schreibt Eva Hauk am 22. Oktober 2018 auf KULTURA-EXTRA
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