4.0/5
Bewertungen: 1
Rezensionen: 1
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Vielfältige Werkschau zwischen Clownerie und Eleganz
  · 14.10.18
Zum Auftakt überraschte der rumänische Choreograph Edward Clug mit „Mutual Comfort“: minimalistischen, ruckartigen Bewegungen, die er seine Tänzer*innen zu Klavier- und Cello-Klängen tanzen ließ. Was so mühelos aussah, war perfekt einstudiert und sichtlich schweißtreibend.

Auch das zweite Appetithäppchen machte Lust auf mehr: „Sad Case“ ist alles andere als traurig, sondern eine hübsche Clowns-Nummer zu lateinamerikanischen Mambo-Klängen. Das Paar Sol Léon & Paul Lightfoot, die seit 2002 Hauschoreograph*innen in Den Haag sind, entwarf Inszenierung und Kostüme bereits 1998, als die meisten Protagonist*innen des Nachwuchs-Ensembles noch gar nicht geboren waren.

Nach der Pause verlor sich „Wir sagen uns Dunkles“ von Marco Goecke zu sehr in Manierismen. Zu Schuberts „Nocturne“ tanzte sich das Ensemble durchs Zwielicht. Die glockenhelle Stimme von Placebo-Frontmann Brian Molko war ein interessanter Kontrast, mit dem die Chorepgraphie noch intensiver hätte spielen können.

Den Abschluss der kleinen Werkschau bildete eine reifere, neue Arbeit des Duos Léon/Lightfoot: Mit „Subtle Dust“ kehrten sie zu Kantaten von Johann Sebastian Bach zurück, mit dem sie sich in ihrer Frühphase vor 2001 schon mehrfach befasst hatten: ein elegischer-eleganter Schlusspunkt nach dem fröhlich-verspielteren Auftakt.

Weiterlesen
War die Kritik hilfreich?