Kritik zuTyll
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Frech durch die Finsternis
  · 07.10.18
''Die Figuren bewegen sich schemenhaft auf der stets im Dunkeln gehaltenen Bühne, bis sich das Bühnenlicht auf sie richtet. Sie sprechen oft episch erzählend in der dritten Person, bevor es zu Dialogen oder Schlagabtäuschen kommt. Jana Findeklee und Joki Tewes entwarfen zeitgenössisch barockartig anmutende, wasserdichte Plastik-Kostüme. Peter Miklusz spielt Tyll überzeugend als Getriebenen. Marek Harloff mimt kleinlaut den verarmten, ratsuchenden und schwachen Exil-König. Robert Dölle setzt Glanzlicher als verschmitzter, ehrgeiziger und listiger Gaukler. Séan McDonagh gibt leicht entblößt einen sprechenden Esel. Auch Kristin Steffen überzeugt facettenreich als mädchenhaft-eifrige Nele und Melanie Kretschmann setzt eine ebenso herrisch-bestimmte wie verletzliche Königin nuanciert in Szene. 

Kehlmanns poetische Fantasie über einen gewitzten Überlebenskünstler zu Zeiten der Hexenverfolgungen, der Glaubenskriege, der fanatischen und grausamsten Machtausübung von Kirche und Staat wird am Schauspiel Köln mit eindrücklichen Bildern umgesetzt. Ohne die Vielzahl der Konflikte, Akteure, Strategien und Motive in Kriegszeiten völlig zu begreifen, vermag Tyll es, sich zu verstellen, eine eigene Leichtigkeit zu bewahren und sich in gewisser Hinsicht frei zu bewegen. Insbesondere das theatrale Bewusstsein, das Tyll durch sein Leben als Narr erwirbt, ist in der fein ausbalancierten, etwa vierstündigen Uraufführung des Romans auch eine stark umgesetzte Hommage an die Kraft des Theaters.'' schreibt Ansgar Skoda am 6. Oktober 2018 auf KULTURA-EXTRA
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