Kritik zuDie Gerechten
2.3/5
Bewertungen: 4
Rezensionen: 4
Alle Kritiken ansehen.
1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Eine Zeitlang durchaus komisch
  · 01.10.18
''Das Spiel funktioniert wie im Trickfilm: Zeichnungen auf der Leinwand deuten eine Wohnung, ein Bistro, eine S-Bahn an, aus dem Off das Klappern der Kaffeetassen, das Quietschen der Züge, Daniel Regenberg unterlegt den Abend am Piano mit dräuender Unheilsmusik, mit feinem Jazz oder Stummfilmmusik. Die Spieler simulieren eine heiße Verfolgungsjagd vom Tatort in die S-Bahn ins Bistro und weiter ins Parkhaus: Hier wird sich comicmäßig in die Kurven gelegt, dort konspirativ Kaffee geschlürft – eine Zeitlang ist das durchaus komisch.

Doch umso länger die Irrfahrt dauert, desto mehr wird man des expressionistischen, parodistischen Spiels in seiner immensen Lautstärke müde, das einem mit jedem Wort beweisen will, wie unspielbar dieses Drama heute ist. Zwar tritt das Ensemble zwischen jedem Akt in Turnanzügen an die Rampe und reichert das Stück mit Theorien von Walter Benjamin und Slavoj Žižek an, auch mit Zitaten des russischen Terroristen Boris Sawinkow, der 1905 tatsächlich beim Attentat am Großfürsten beteiligt war. Was diese Camus-Groteske, überhöht mit sperriger Sozialphilosophie, uns heute über Schuld, Terror, Gerechtigkeit und Verantwortung sagen will, geht allerdings in Slapstick unter. '' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
War die Kritik hilfreich?