4.0/5
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Auf der Suche nach Gold und Glück
  · 30.09.18
''Warum wird die Oper so selten gespielt? An der Musik kann es nicht liegen, man hört sofort, dass es Puccini ist. Das Stück ist voller wunderbarer, süffiger Melodien, unglaublich packend und mit immer wieder durchschimmernden Leitmotiven, manchmal fast veristisch grell, jedoch ohne Arien-Hits wie in Tosca oder La Bohéme. Dazu kommen noch Pistolenschüsse oder ein pfeifender Schneesturm. Überhaupt ist die Musik unglaublich bildhaft und fast schon kinoartig. 

Insgesamt ein sehr komplexer und anspruchsvoller Orchesterpart, dessen mal impressionistische, mal brutale Farben und teilweise kühne Harmonien vom Gewandhausorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer mit satten Klängen, wohldosierten Ausbrüchen und Präzision zum Klingen gebracht werden. So darf es am Anfang (im knappen aber eindrucksvollen Vorspiel) oder bei Tumultszenen lautstärkemäßig ordentlich knallen, doch nimmt Schirmer das Orchester immer wieder zugunsten der Sängerstimmern zurück und schafft so kleine, fast lyrische Momente. 

Wenn man so wie hier in Leipzig La fanciulla del West von jeglichem sentimentalen Western-Kitsch entpackt, ohne Holzhammer-Methode modernisiert und die wesentlichen Elemente herausfiltert, ist die Oper heutzutage problemlos spielbar. Schon allein wegen der fantastischen Musik Puccinis ist diese Inszenierung absolut hörens- und sehenswert!'' schreibt Eva Hauk am 30. September 2018 auf KULTURA-EXTRA
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