Kritik zuAlte Meister
3.3/5
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Die Zeit ist vorbei
  · 18.09.18
''Es ist ein leicht grotesker, leidlich absurder Abend, der von Ferne an Marthalers musikalische Ausflüge in die Welt der Untoten erinnert, die sich die grausame Realität schön singen und die Welt nur schlafend ertragen, der aber nie dessen existenziellen Abgründe auch nur annähernd erreicht.

Zum Schluss teilt eine Reger-Stimme mit, dass er für heute Abend zwei Eintrittskarten für die Vorstellung von Kleists „Zerbrochenen Krug“ im Burgtheater gekauft hat, und dass er möchte, dass Atzbacher ihn begleitet. „Sie wissen, ich bin Jahrzehnte nicht mehr im Burgtheater gewesen und ich hasse nichts mehr, als das Burgtheater, tatsächlich nichts mehr, als die Dramatische Kunst überhaupt, aber ich dachte gestern, ich gehe morgen ins Burgtheater und schaue mir den „Zerbrochenen Krug“ an. Nehmen Sie die zweite Karte und gehen Sie mit mir heute Abend ins Burgtheater, teilen Sie mit mir das Vergnügen dieser perversen Verrücktheit, mein lieber Atzbacher, sagte Reger. Tatsächlich bin ich am Abend mit Reger in das Burgtheater und in den Zerbrochen Krug gegangen. Die Vorstellung war entsetzlich.“

Entsetzlich war die Vorstellung von „Alte Meister“ nicht. Aber sie hat wieder einmal bewiesen, dass eine überzeugende Dramatisierung eines großen Romans nur selten gelingt, und man vielleicht eine solche Inszenierung nur halbwegs genießen kann, wenn man den Roman nicht gelesen hat und nicht kennt.'' schreibt Frank Dietschreit auf kulturradio.de
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