Kritik zuCry Baby
3.8/5
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Cry Baby
  · 11.09.18
''Rois bildet das Zentrum des Abends, auch wenn Christine Groß und Judith Hofmann gut mithalten und sich Bernd Moss als Gewinn fürs Pollesch-Universum herausstellt. Das Schöne an Sophie Rois ist ja, wie wenig sie sich begrenzen und festlegen lässt – und trotzdem eine Art Charakter darstellt.

Sie proklamiert Kleist, was das Zeug hält, sie parodiert, sie wettert wie eine Kräuterhexe, teilt aus, schmollt, reagiert blitzschnell mit Lippen, Augenbrauen und blitzenden Pupillen – und die ganze Zeit hat man das Gefühl, ihr beim Denken zuzusehen.

Ein unterhaltsamer, auch boulevardesker und freundlicher Einstand, den Pollesch am Deutschen Theater gibt, deutlich heiterer als manch andere seiner Produktionen. Kaum verschwurbelt ist dieser Abend und trumpft mit einer herzerfrischenden Sophie Rois auf – aber mit diesen kurzweiligen 70 Minuten hat sich Pollesch definitiv nicht neu erfunden.

Vieles bleibt oberflächlich, wirkt irgendwie abgespeckt und sogar glatt. Dass nach diesem Aufschlag kaum noch etwas Besseres kommen könne in dieser Saison, wie mancher Kritiker jetzt mutmaßt, ist da reichlich überzogen – und ebenfalls eine Star-Verehrung, die einem suspekt sein darf.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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