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Nicht Fisch, nicht Fleisch
  · 25.08.18
Samuel Pepys, für seine Scharfzüngigkeit geschätzter, tagebuchschreibender Marine-Staatssekretär und Chronist der englischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, wird als hemmungsloser Grapscher und narzisstischer Selbstdarsteller, als Ahnvater der Selfie-Generation auf Facebook und Instagram, vorgeführt. Seine Frau Bess, deren Tagebücher vermutlich von Sam Pepys verbrannt wurden, soll endlich eine Stimme bekommen. Dass „17c“ bei der Premiere im Herbst 2017 in New York auf positive Resonanz stieß, liegt sicher auch daran, dass es in Zeiten von Donald Trumps „grab the pussy“-Übergriffen und der #metoo-Debatte einen Nerv traf.

Ästhetisch wirkt dieser Mix aus Theater, Tanz und Video-Einspielern im Modus gepflegter Dauer-Ironie jedoch recht unausgegoren. Nicht Fisch und nicht Fleisch, weder als Theaterabend noch als Tanzstück überzeugend, hangeln sich die PerformerInnen an ihrer Botschaft entlang. Lazar alias Samuel Pepys sitzt bräsig im Sessel und brüstet sich damit, wie er die Frauen erobert, im Hintergrund flackert auf mehreren Bildschirmen das Video eines gemütlichen Kaminfeuers. Seine Frau Bess, verkörpert von Elizabeth DeMent, darf sich über weite Strecken nur im stummen Ausdruckstanz üben, während ihr Mann über ihre Tanzstunden lästert.

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