Kritik zuPrivate Song
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Rembetiko, Wrestling und Pulp Fiction
  · 25.08.18
Alexandra Bachetzsis, Tochter eines Griechen und einer Schweizerin, forscht in ihrer Performance „Private Song“, die bereits 2017 bei der documenta 14 in Athen uraufgeführt wurde, nach den Wurzeln des Rembetiko. Vor allem in der zweiten Hälfte der knappen Stunde dominieren die melancholischen Klänge dieses auch als „griechischer Blues“ bekannten Musikstils. Auf jedem Platz liegt ein ausführliches Begleitheft mit allen Texten (in griechischem Original und deutscher Übersetzung), die Bachetzsis und ihre beiden Mitstreiter Thibault Lac und Sotiris Vasiliou.

Zum Einstieg irritiert Bachetzis mit einem lasziven Auftritt in Lack und Leder: sie lässt zum Rembetiko „Misirlou“, das durch die Surf-Rock-Version, zu der Uma Thurman und John Travolta in „Pulp Fiction“ tanzten, lässt sie ihre Hüften kreisen. Auch die nächsten Szenen brechen mit den Klischeebildern von Tourismus-Folklore und Idylle, die sich bei den „Rembetiko“-Klängen in den Köpfen der Zuschauer fast zwangsläufig einstellen: Bachetzsis und Vasiliou wälzen sich mit nackten Oberkörpern ineinander verkrallt auf dem Boden.

In den knappen Begleitzeilen zu ihrer Performance beruft sich Bachetzsis auf Derrida und das „Framing“-Konzept der Sozialwissenschaften. Bei ihrem Versuch, mit den Wahrnehmungsmustern zu spielen, verschanzt sie sich aber so hermetisch in ihrer Rätselhaftigkeit, dass am Ende zu viele Fragen offen bleiben.

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