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Björn Säfsten
  · 14.08.18
''Es tritt auf: Will Rawls. Sein Impetus ist "tänzerisch", seine ironischen Bewegungen und seine Ausstrahlung wirken gespreizt. Er ist von großer, kräftiger Statur, alles an ihm hat eine körperliche Harmonie. Auch macht er, etwas später, Riesenausfallschritte, und ich fürchte schon, dass sein Gewicht, falls er sich dabei irgendwie verhaspelt, auf mich prallt; er spielt natürlich nur so stellenweises Ungelenkes... Zunehmend entlädt sich bei ihm Sprache, er will also viel, viel monologisieren; das Interessante dabei ist die Art und Weise, wie er spricht (und singt!) - worum es ihm da ging? ich weiß es nicht; ich konzentrierte mich allein auf seine Stimmmodulation. 

Sophie Augot trägt anfangs einen Stuhl herein und gleich wieder hinaus; das geht dann paar Mal so. Sie setzt sich auf ihn, sie vollführt so an die hundert Möglichkeiten, wie "man" auf 'nem Stuhl so sitzt und guckt und stuhlsitzende Gesten macht... 

Und Ilyas Odman - schlank wie eine Pinie, mit zerbrechlich anmutenden Gliedmaßen und einem Vollbart - tut sich in 'nem inflationär sich steigernden Anfall des Schmerzes inkl. Schmerzschrei nach und nach ereifern. Irgendwann während dieses von mir akustisch und auch "seelisch" kaum Ertragbaren kippt das vermeintlich Unaushaltbare in selbstverarschigem Humor - der manisch Schreiende bezwingt, durch autosuggestive Atemtherapie, die ihn die ganze Zeit zuvor ereilt habenden Pseudoschmerzattacken.'' schreibt Andre Sokolowski am 14. August 2018 auf KULTURA-EXTRA
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