Kritik zuBella Figura
2.0/5
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Promi-Theater: Keine "Bella figura"
  · 21.05.15
Diesem Abend fehlt alles, was „Gott des Gemetzels“ zu einem Publikumshit gemacht hat, der auch von Hollywood adaptiert wurde: keine bissigen Wortgefechte, kaum überraschende Pointen, wenig Esprit. Isabelle (Lore Stefanek), die älteste der fünf Figuren, meint einmal sinngemäß: Irgendwann werde ich tot sein und ihr werdet einfach weiter quatschen.

Die Exposition ließ auf amüsanten Edel-Boulevard aus der Feder der französischen Erfolgsautorin hoffen: ein Unternehmer will sich mit seiner Geliebten einen schönen Abend in einem schicken Restaurant machen, trifft aber dort auf die beste Freundin seiner Gemahlin, die mit ihrer Familie den Geburtstag der Schwiegermutter feiert. Statt guter Unterhaltung gibt es dann aber leider nur viel Qualm inklusive Product Placement von Nina Hoss für die Marke „Lucky Strike“, quäkende Frösche, zirpende Grillen, Käfer in Großaufnahme, eine Slapstick-Toiletten-Sex-Szene und leeres Gerede.

„Ich drehe durch vor Glück!“ – Nein, dazu bietet dieser Abend kaum Anlass. Und auch bei der alleinerziehenden pharmazeutisch-technischen Angestellten Andrea (Nina Hoss) ist das nur Sarkasmus, als sie ihren Liebhaber Boris (Mark Waschke) gallig auflaufen lässt. Aber immerhin war das einer der Momente, wo sich schemenhaft andeutete, was für ein Theaterfest bei diesem Trio Reza/Hoss/Waschke möglich gewesen wäre.

Yasmina Reza ist und bleibt eine großartige Autorin bissig-spritziger Gesellschaftskomödien, aber diese Auftragsarbeit ging leider daneben. Die Vorstellungen bis zur Sommerpause sind trotzdem schon ausverkauft. Weiterlesen
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