Kritik zuPinocchio
4.0/5
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Pinocchio
  · 29.05.18
''Das Helmi arbeitet hier erstmals nicht nur mit ihren Puppen und befreundeten SchauspielerInnen, sondern hat mit Ayam Am und Katharina Meves auch zwei Tanzperformer im Team. So ist eine Mischung aus Musik- und Tanztheater mit Puppen und Menschen entstanden. Dabei gehen Felix Loycke, Florian Loycke, Brian Morrow und Emir Tebatebai wie immer sehr intuitive an die Sache ran. Zunächst macht man sich bei ein paar gymnastischen Stretch-Übungen erstmal etwas locker. Danach entspinnt sich langsam so etwas wie eine Spielhandlung, die aber immer auch leicht improvisiert wirkt. Meister Geppetto ist hier, wie im besagten Comic, ein Waffenfabrikant, der die Welt verändern und ein paar Milliarden mit dem kybernetischen Cyborg Pinocchio machen will, es aber bei aller Schrauberei und Stress mit seiner russischen Frau nicht so recht auf die Reihe kriegt. Als Sexspielzeug missbraucht brennt der Blech- (hier große Schaumstoffkopf mit langer Nase) durch. 

Das Pinocchio-Märchen, auch mit kleineren Handpuppen nebenbei gespielt, wird hier sehr frei mit der Handlung des Anarcho-Comics von Winshluss verknüpft und auf Prenzlauer-Berg-Kompatibilität getrimmt. Die sprechende Grille ist hier eine Wanze, die sich im Kopf Pinocchios eingenistet hat wie in einem besetzten Haus. Ein Undergroundliterat mit Ambitionen zum Drehbuchschreiber, was aber ebenfalls nicht so recht klappen will. Wir sehen Schneewittchen mit den geilen Nasenzwergen und eine Jim-Knopf-Parodie. Fuchs, Kater, Riesenhai, Kerzendocht-Lumière und ein wild brüllender Bär schauen vorbei. Pinocchio landet schließlich am Strick, muss von der Fee mit den dunkelblauen Haaren gerettet werden, die Stuntwoman beim Film ist usw. usf. Das alles wird getanzt, gespielt und gesungen und endet ziemlich verworren am Meer. Ein großer Spaß für große Kindsköpfe.'' schreibt Stefan Bock am 29. Mai 2018 auf KULTURA-EXTRA
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