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Die weißen Dieger sind los
  · 27.05.18
''Die Welt von heute ist kein guter Raum für den Zirkus. Es ist alles bereits entdeckt, wie Thomas Eisen in einem beeindruckenden Monolog beklagt; welche Exotik soll der Zirkus noch verbreiten? Und billige Kunststückchen für lau finden sich in den Untiefen von youtube und Co. zuhauf, schnell konsumierbar von der Couch aus, Anna Katharina Muck futtert dabei gemütlich Chips und macht nachher auch Kunst, autosuggestiv – die Latte dafür hängt inzwischen ja nicht mehr tief, sie liegt auf dem Boden. Man kann höchstens noch drüber stolpern. 

Zuvor zieht der Zirkus auf der Bühne um die Welt – eine bunte Abfolge von lebenden Bildern illustriert das. Und die edlen Wilden vom Stamme der Sioux stehen malerisch herum und singen eine Sachsen-Hymne sowie beliebte Volkslieder am Lagerfeuer in Dresden – damals waren fremde Völker noch eine Attraktion hier, heute sieht man das in Teilen der Bevölkerung anders. 

Circus Sarrasani. The Greatest Show On Earth - das ist natürlich kein normaler Theaterabend: So viel Szenenapplaus gab es hier noch nie, und der Jubel am Ende ist den bisherigen Highlights der Saison von Rasche und S. Hartmann ebenbürtig. Es gibt eine Handlung, aber es ist kein Theater im herkömmlichen Sinne, auch „Doku-Theater“ greift zu kurz. Mit „Show“ ist das Ganze wohl doch am besten beschrieben, auch weil sich dieser Begriff einer exakten Definition entzieht. „Spektakel“ ginge auch.'' schreibt Sandro Zimmermann am 27. Mai 2018 auf KULTURA-EXTRA
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