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Mühsam
  · 22.05.18
''Ja, wenn es so leichtfüßig wie vor einigen Jahren bei Adam und Evelyn daherkommt, nein, wenn man wie hier einer Schreitherapie beiwohnen muss. Da ist weder Schau noch Spiel, allenfalls eine spärlich inszenierte Textrezitation mag man das nennen, auch der verunglückte Retro-Look der um ihre Aufgabe nicht zu beneidenden Darstellerinnen (ohne Gender- *) trug seinen Teil zum Ärgernis bei. „Wozu die ganze Hysterie?“ war man oftmals versucht hineinzurufen, wenn selbst banale Textzeilen gekreischt wurden. Die Geschichte berührte eher peinlich als mitfühlend, des Vaters innere Emigration konnte man bald nachvollziehen. 

Für diesen Anlass eher übertrieben war auch das einzige Bild der ansonsten leeren Bühne, die Hülle eines Heißluftballons. Anfangs vor allem als Bettzeug genutzt, wurde diese dann irgendwann dramatisch in den Bühnenhimmel gezogen, um bald wieder herunterzufallen. Zumindest ein einheitliches Niveau kann man dem Abend also bescheinigen. 

Mit der Bewältigung der jüngeren Vergangenheit hatte das Staatsschauspiel in dieser ersten Clement-Spielzeit generell wenig Glück. Außer einer schnurgeraden Nationalstraße steht nichts auf der Habenseite, weder der verirrte Weg ins Leben noch der staubtrockene In seiner frühen Kindheit ein Garten konnten überzeugen. Und auch die Lange Reise von heute abend muss man leider ermüdend nennen.'' schreibt Sandro Zimmermann am 21. Mai 2018 auf KULTURA-EXTRA
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