Kritik zuDas Internat
3.0/5
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Düstere Collage über Kreislauf der Gewalt
  · 13.05.18
Mondtag zeichnet ein suggestives Bild vom Kreislauf der Gewalt. Mobbing, Drill, das bekannte Radfahrerprinzip des nach oben Buckelns und nach unten Tretens ziehen sich durch den nur knapp 90 Minuten kurzen Abend, der mit einem in die Enge getriebenen Mitschüler beginnt und mit Maschinengewehrsalven endet. Statt eines Plots wie im klassischen Erzähltheater ruft Mondtag Motive aus der Internatsliteratur von Herman Hesse bis Robert Musil auf, aus denen eine stimmige Collage entsteht.

Eine raunende Mädchenstimme führt in den Abend ein, zitiert Textfetzen von Heiner Müller und gibt damit den düsteren Ton vor, der konsequent durchgehalten wird. „Das Internat“, das Mondtag gemeinsam mit Dortmunder Ensemble-Mitglieder und dem 2. Studienjahr der Folkwang-Schule entwickelte, gehört zu den besseren Arbeiten des hoch gehandelten Shootingstars. Mit „Die letzte Station“ produzierte er am Berliner Ensemble einen schnell abgesetzten Flop, sein „Internat“ hat ein anderes Format und überzeugt nicht nur ästhetisch, sondern als anregender Theaterabend.

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