2.7/5
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Publikum zwiegespalten
  · 11.05.18
''Wiebke Puls ist das Glanzlicht und die Retterin der Inszenierung – für ihre Darstellung hat sie den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis verliehen bekommen. Sie ist die einzige Schauspielerin auf der Bühne, die das Diskurs-Konzept mit Leben füllen kann. Im ersten Akt spielt sie Annas Mutter mit Würde und hohem Ton, ohne sie lächerlich zu machen; mit jedem Inszenierungsbruch gleitet sie weiter, erst in die Parodie, dann in die postdramatische Performance – eine unglaubliche Bandbreite an Schauspielkunst. Die jüngeren Spieler können mit diesem großen Instrumentarium nicht mithalten, ihrem Spiel ist ein Unterschied von Akt Eins zu Akt Fünf kaum anzumerken – es ist ihnen kaum vorzuhalten.

Der Regie hingegen kann man durchaus vorhalten, sich zu sehr auf Effekte, auf Mittel, auf Brechungen zu konzentrieren. Der Ritt durch die Aufführungsmoden der vergangenen hundert Jahre könnte spannend sein – bleibt hier aber weitestgehend Zitat-Sammlung ohne Mehrwert. Was diese Figuren heute zu erzählen haben, bleibt eher diffus, oberflächlich und ungenau – mal abgesehen vom erhobenen moralischen Zeigefinger. Das Berliner Publikum blieb zwiegespalten: einige Bravo-Rufe, manche Buhs.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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