Kritik zuStomp
5.0/5
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So einfach wie effektiv
  · 14.03.18
Stomp ist zurück in Berlin. Noch bis zum 18. März ist das Rhythmusspektakel im Admiralspalast zu erleben und das ist wörtlich zu nehmen.

Denn darauf muss man erst einmal kommen. Mit Dingen, die wir im Alltag täglich benutzen, eine Klangperformance zu inszenieren, die darüber hinaus noch sehr viel mehr auf die Bühne bringt.

Dabei begann alles schon vor 27 Jahren, in den Straßen von Brighton, mit Händen und Füßen und ein paar Besen. Inzwischen sind viele andere „Klangkörper“ hinzugekommen, Stomp (Fußstapfen) hat sich zu einer Bewegung entwickelt, die aus vielen Städten nicht mehr wegzudenken ist, im Londoner Westend 15 Jahre lief und auch in New York zum Stadtbild gehört.

Die Gegenstände sind einfach und effektiv, neben den schon erwähnten Besen finden viele andere Accessoires Verwendung, auf ganz unterschiedliche Art, was in entsprechenden Choreographien verpackt ist. Eine Serenade mit Streichholzschachteln oder ein Lichtkonzert mit Feuerzeugen mutet eben vollkommen anders an als ein rasanter Tanz mit Einkaufswagen, es ist immer wieder beeindruckend, welches Potenzial aus den einfachsten Gegenständen herauszuholen möglich ist und welche Bilder auf der Bühne entstehen.

Neben viel Kondition, es wird ohne eine Pause performt, zeigen die acht Klangwerker auch viel Charakter, jeder bringt seine Kultur und persönlichen Eigenheiten mit, was von den Erfindern Luke Cresswell und Steve McNicholas ausdrücklich gewünscht ist. Jeder Darsteller verkörpert einen eigenen Typus der Show, deren interne Bezeichnungen wie Sarge, Bin Bitch oder Doctor Who noch von den Spitznamen der Original-Charaktere stammen. Und die fast immer komisch sind, also wirklich komisch. Humor spielt in dieser Kombination aus Perkussion und Bewegung nämlich eine große Rolle, außerdem wird fast ausschließlich nonverbal kommuniziert, viel auch interaktiv mit dem Publikum. Es werden immer wieder kleine Geschichten erzählt, herrlich witzig, wie z.B. ein Friseurbesuch, der nur mit einer Zeitung bestritten wird.

Am Ende mündet alles in einem riesigen Klangspektakel mit großen blechernen Mülltonnen und dann sind fast zwei Stunden vergangen. Das Publikum ist begeistert und dankt mit Standing Ovations.
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