3.0/5
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Formbare Gewalttäter
  · 01.03.18
''Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre schrieb Die schmutzigen Hände (Orig.: Les mains sales) 1948, und das Drama spielt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Dabei geht es um Fragen, die heute zunächst sehr verkopft und antiquiert wirken: Das Ideal der reinen Lehre der Partei wird einem politischen Pragmatismus, der sich mit den Gegebenheiten arrangieren möchte, gegenübergestellt. Es geht um Klassenzugehörigkeit und den Versuch diese zu verlassen, um eine idealistische Heimat zu finden. Diese Thematik wurde in der Inszenierung erweitert um eine Fragestellung, die uns heute in unserer Informationsgesellschaft besonders relevant erschein: Was ist echt, und was ist nur vorgetäuscht? Dies wird beispielsweise dadurch aufgegriffen, dass Jessica stets das, was ihrem Ehemann, dem Protagonisten Hugo, so wichtig wird, theatralisch verspielt aufgreift. Sogar als sie ihn zu Mordhandlungen drängt, kann man ihren melodischen Singsang nicht für voll nehmen. Als Hugo schließlich von ihr Authentizität fordert, spielt sie auch diese bloß und nötigt Hugo damit dazu, selbst auch nur zu spielen. Maya Haddad zeichnet die Jessica als selbstsicheres und dynamisch überspanntes Energiebündel, das nichts ernst nimmt. Bei ihr weiß man nie, woran man ist und wem sie nun eigentlich die Treue hält. 

Da sich im gesamten Handlungsverlauf kaum eine der Figuren erkennbar entwickelt und der Fokus auf Hugo etwas ermüdet, hat das Stück deutliche Längen. Insgesamt fällt auch auf, dass Regisseur Marco Štorman die beiden Erschießungen in der Vorlage Sartres nicht zur Darstellung bringt. So wird schlussendlich die Vernichtung Hugos nur symbolisch als Verstoßung nachvollzogen, indem sich die Gruppe von ihm abwendet und ihm seinen Schicksal überlässt. Auch hier hätte man sich mehr Akzentsetzungen zur Veranschaulichung des zentralen Konfliktes gewünscht.'' schreibt Ansgar Skoda am 1. März 2018 auf KULTURA-EXTRA
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