Kritik zuPanikherz
3.4/5
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Gegen die Wand
  · 19.02.18
''Der Abend bleibt, im wahrsten Sinne, auf den Drogen hängen. Reese lässt alles aus, was über die rein persönliche Biografie hinausweist, also: alles, was interessant wäre. "Panikherz" ist nun einmal auch ein Abgesang auf die ironieverseuchte, hypercoole Pop- und Medienkultur der Neunziger- und Nullerjahre.

Stuckrad-Barre ging, wie gesagt, bei Harald Schmidt in die Lehre, dem Fernsehkönig des Zynismus. In seiner Autobiografie steckt die Einsicht, dass die Pop-Generation mit dieser Haltung gegen die Wand gefahren ist. Und dass es, wenn es hart auf hart kommt, eben doch, ganz ironiefrei, Retter wie den eigenen Bruder, den guten alten Freund und die Musik braucht. Das Buch steckt zudem voller kleiner Essays über Musikgeschichte und über interessante Begegnungen mit Bret Easton Ellis, Thomas Gottschalk, Elvis Costello, Marius Müller-Westernhagen.

Reese jedoch lässt nur kiloweise weißes Pulver auf die Bühne schütten und die nächste Reha starten. Das ist so oberflächlich wie erwartbar. Stuckrad-Barre wird dabei zu sehr auf die talentierte Koks-Nase reduziert, für die ihn das Showbiz ohnehin immer gehalten hat. Auch wenn die Schauspieler das kraftvoll spielen – es ist, bei allem behaupteten Exzess, eine erstaunlich biedere und oberflächlich-unterhaltsame Inszenierung, die das Leid dieses Menschen zwar voyeuristisch beobachten, kaum aber mitfühlen lässt.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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