4.0/5
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Intelligente Inszenierungsarbeit
  · 29.01.18
''Regisseur und Bühnenbildner Malte Kreutzfeldt hat sich gehörig was einfallen lassen. Er hat, gemeinsam mit der Dramaturgin Bettina Jantzen, klug gerafft – und er hat einen filmisch anmutenden Inszenierungsstil entwickelt. Das sorgt dafür, dass die Emotionen nicht zu kurz kommen, dass Lehrstückhafte zugunsten praller Alltagsspiegelung etwas zurücktritt, ohne denunziert zu werden.

Wie der Text von Bertolt Brecht ja auf starke Schwarz-Weiß-Kontraste setzt, so baut die Inszenierung optisch auf Schwarz-Weiß-Effekte. Das gibt den Figuren schon äußerlich starke Kontur, unterstützt das kräftige Tempo durch Akzentuierung. Zunächst sieht das nach einem Film noir aus, also wie ein Gangsterfilm aus dem Hollywood der 30er, 40er Jahre, dann, zum Finale hin, erinnert es eher an surrealistische Dramen eines Luis Buñuel.

Kurz: die Inszenierung bietet viele Assoziationen – so dass wir als Zuschauer viele Ansätze zum Mitdenken bekommen – zum Nachdenken über unser Hier und Heute. Das ist sehr schlüssig, ungemein sinnlich und packend. Da muss dann auch nicht vordergründig die heute in Cottbus lodernde Gewalt gezeigt werden – die spürt jeder im Saal. Hier passiert etwas, was sehr selten ist: Die Inszenierung ist klüger als das Stück selbst.'' schreibt Peter Claus auf kulturradio.de
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