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Schneetreiben und Revolution
  · 28.01.18
''Lucy Simons opulent orchestrierte Partitur, hörbar inspiriert von der russischen Klangpalette, fängt diese großen Emotionen mit mitreißender und eingängiger Musik ein, auch wenn Einiges hart an der Grenze zum Herzschmerz ist. Christoph-Johannes Eichhorn dirigiert die gefühlvollen Balladen und revolutionären Chöre mit sicherer Hand. 

Der Knopfdruck auf die Tränendrüse funktioniert, und die Taschentücher kommen zum Einsatz. 

Das liegt vor allem natürlich auch an der Hauptpartie, für die man Musical-Star Jan Ammann gewinnen konnte, was sicher einer der Hauptgründe dafür gewesen sein dürfte, dass bereits vor der Premiere fast alle Vorstellungen ausverkauft waren. Mit unglaublicher Bühnenpräsenz und darstellerischer Intensität legt er all sein Herzblut in diese Rolle und schafft es, die große Zerrissenheit Schiwagos zwischen seiner Frau und seiner Geliebten glaubhaft zu verkörpern. Mit wunderbar klangschönem Bariton und herrlichem Schmelz gelingt es ihm, alle gesanglichen Facetten auszuleuchten. Lisa Habermann als Lara steht ihm da in nichts nach und erweist sich als absolute Idealbesetzung. Mit kristallklarem, schlanken und stets gut geführtem Sopran vermag sie sowohl schauspielerisch als auch sängerisch all die Leidenschaft, Liebe, das Glück und Leiden auszudrücken, welches die Figur der Lara ausmacht. Hanna Mall in der etwas undankbaren Rolle als Schiwagos Ehefrau Tonia bleibt da schon eher (auch aufgrund der Figurenkonstellation) ein wenig zurück, auch wenn sie versucht, das Meiste aus dieser etwas blassen Figur herauszuholen. Björn Christian Kuhn bietet eine sehr überzeugende Leistung als Pavel Antipov und versteht es, den Wandel vom idealistischen Revolutionär zum fanatischen Anführer zu zeigen.'' schreibt Eva Hauk am 28. Januar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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