3.4/5
Bewertungen: 9
Rezensionen: 4
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
"Heute bin ich allein" von Reinhard Lakomy
  · 22.12.17
''Herausgekommen ist ein irgendwie heterogen anmutendes Theater-Resultat. Man weiß nicht recht: Liegt der Tenor auf Lachen, Weinen, Kurzweil, Langeweile oder irgendwas dazwischen? Ohrenscheinlich ist, wie ja schon angedeutet, eine mehr oder weniger abbemüht gewesene Distanz zum textlichen Original - das drückt sich allerdings, mehr vordergründig, in gewissen Heutigungen und Direktbezügen zu der Gegenwart - und insbesondere den auch teils biografisch ziemlich eindeutigen Fingerzeigen unseres Protagonistenpaares - aus; ja, so erinnert Steffi Kühnert beispielsweise an Leander Haußmann , der sie in Weimar einst die Nora spielen ließ, was sie dann deutschlandweit berühmt machte und wonach er sie 1995 mit nach Bochum, wo er seine frische Intendanz begonnen hatte, nehmen wollte. Milan Peschel wiederum "erinnerte" an seine langjährige Zeit an Castorfs Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mittels eines allbekannten Stoffbeutels, worauf jene VB-typisch gewordenen Frakturletter zu lesen standen und den er jetzt bei sich trug, um dort hinein am Ende der weit über zweieinhalbstündigen Vorstellung das legendäre Geld, was ja dann eigentlich der Fake-Hauptmann von Köpenick im Rathäuschen dortselbst erobern tat, zu schaufeln sich besann; davor sang er noch den sentimentalen R. Lakomy-Schlager "Heute bin ich allein". 

Mehr Irren und Wirren also statt eines glasklaren Zuckmayer-Verschnitts; aber egal.'' schreibt Andre Sokolowski am 22. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich?