3.0/5
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Psychoanalyse
  · 17.12.17
''Regisseur David Bösch und die beiden Ausstatter Patrick Bannwart (Bühne, Video) sowie Falko Herold (Kostüme, Video) verfielen gottlob nicht der Falle, Brügge & BrüggerInnen eins zu eins dann nachbauen bzw. nachempfinden zu wollen - ihre Sicht auf die "Kirche des Gewesenen" hatte fast ausnahmslos dann "innerliche" Qualitäten, sie bespiegelte, kopierte das arg komplizierte "Innenleben" des dem puren Fetisch sich Ergebenden. Das Atelier, hoch-grob mit bloßen kahlen Wänden, denn gemalt wurde und wird da lang schon nicht mehr, sondern nur noch "innig" das sich hundert- oder tausendfach multiplizierende Marie-Bild-Abbild auf sie projiziert. Die unheilvolle und beängstigende Wirkung auf uns Hingucker war außerordentlich frappant! (...)

Bei Dmitri Jurowski, dem sehr ungezügelt-ungestüm sich ganz und gar verausgabenden Dirigenten der Premiere, schien die wundersame und verführerische Partitur nicht optimal mit dem nicht minder wundersam-verführerischen Klang der Staatskapelle Dresden (dem bis heute nach wie vor weltbesten Opernorchester!) kompatibel gewesen zu sein - entweder war der Orchestergraben nicht weit genug nach unten gedrückt worden, was allerdings dann optisch nicht bestätigt werden konnte, oder das sängerische Personal war allzu fern von ihm oder "zu leise" aufgestellt; Fakt war und blieb, dass der Orchesterteppich derart lautstark dominierte, dass die SängerInnen kaum bzw. wenig Chance kriegten sich in diesem Kampf phonstärkemäßig irgendwie noch zu behaupten - - sehr zum Nachteil des sich stimmlich fast total verausgabt habenden Protagonistenpaars mit Manuela Uhl und Burkhard Fritz, die stellenweise, in der Tat, mitunter kaum akustisch wahrgenmommen werden konnten. So was MUSS am Dirigenten liegen, ja, an wem denn sonst!! (Uhl/Fritz waren natürlich, ungeachtet dieser nicht durch sie verschuldeten Unausgewogenheiten, in ihrer Gesamtausstrahlung schwer zu übertreffen!) 

Großartiger Semperopernabend!!!!!" schreibt Andre Sokolowski am 17. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
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