Kritik zuFever Room
3.3/5
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Eindrucksvolle Lichtinstallation
  · 07.12.17
Langsam fährt eine zweite Leinwand hoch. Der Abend kommt aber immer noch nicht in Fahrt. Wir erleben lange Flussfahrten über den Mekong und Aufnahmen von südostasiatischem Meeresrauschen: die ideale Meditation für Leute, die unter Schlaflosigkeit leiden und die verdienstvolle Reihe „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ vermissen, die früher vor dem ARD-Morgenmagazin als Einschlafhilfe diente.
Erst nach knapp 50 Minuten wird klar, warum „Fever Room“ eine große Bühne oder zumindest einen Museums-Raum braucht und in einem Programmkino falsch aufgehoben wäre. Die Technik der Volksbühne kommt zum Großeinsatz und lässt wie am Eröffnungsabend „Beckett/Sehgal“ ihre Muskeln spielen. Mit Lichteffekten lässt Weerasethakul einen großen Tunnel entstehen, der das Höhlenmotiv, das zuvor über die Leinwand flimmerte, aufgreift.
„Die Mittel von Großraumdisko und Stadionkonzert“, die hier mit klassischer Überwältigungsgeste aufgefahren werden, sind zwar altbekannt, wie Matthias Dell auf SPIEGEL Online anlässlich der deutschsprachigen „Fever Room“-Erstaufführung beim Steirischen Herbst 2016 anmerkte. Aber diese Lichtinstallation hat zweifellos ihren Reiz. Ein Schlund im Hintergrund der Bühne scheint alles in sich aufzusaugen und zu verschlingen. Weerasethakul spielt meisterhaft mit Farbschattierungen und Raumwirkung.

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