Kritik zuVersetzung
2.7/5
Bewertungen: 10
Rezensionen: 3
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Zuweilen starke Szenen
  · 20.11.17
''Trotzdem gelingen Daniel Hoevels zuweilen starke Szenen, vor allem im zweiten Teil, wenn er in eine andere Welt abdriftet, Worte missversteht, nur noch in obszönen Reimen spricht, aggressiver wird und sich beispielsweise aufgekratzt im Erklären des Reimschemas von Sonetten verliert. Die Bühne besteht aus einem erhöhten Spielpodest, ein eingerahmtes blaues Quadrat, das wie eine Spiegelung des Aquariums wirkt, das auf diesem Quadrat steht. Wenn Hoevels am Ende völlig durchnässt und zerstört vor diesem Aquarium liegt wie ein herausgefallener japsender Fisch, ist das ein treffend traurig-schönes Bild.

Generell aber bleibt die Inszenierung zu harmlos, auch zu didaktisch. Schon im Stück selbst wirken die Monologe, die jede Figur hält, um sich dem Publikum erklären, problematisch aufgestülpt. Ihnen räumt die Regisseurin jedoch viel Platz ein – sodass man sich zwischenzeitlich wie in einem Jugendstück zum Thema "Bipolarität verstehen" fühlt. Man streift den Abend schlicht zu leicht von sich ab. Er hinterlässt keine Erschütterung. Das darf bei diesem Stoff, der einem in Thomas Melles Sprache den Boden unter den Füßen wegreißen kann, einfach nicht sein.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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