4.5/5
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Eine wunderbar ironische Vorführung vom Leben als Theater der Träume
  · 10.11.17
''Herbert Knaup kassiert für seinen Balance-Akt zwischen scheinbarem Spießer und heimlichen Erotomanen reichlich viele Lacher und Szenen-Applaus. Sinja Dieks spielt ihre Emma als leicht prollige, freche Göre, die wiederum auch ihre feinfühligen, zärtlichen Saiten und Momente hat. Stephan Schad suhlt sich als Patrick darin, es geschafft, die Fesseln des spießigen Alltags und des Ehe-Gefängnisses abgeschüttelt zu haben, und doch ahnt er bereits, dass er vielleicht sehenden Auges nicht in die Freiheit, sondern in sein Unglück rennt. Cristin König ist als Isabelle die Verkörperung einer bürgerlichen Fassade: immer höflich, immer korrekt, immer gut frisiert und mit einem sanften Lächeln auf dien Lippen, aber natürlich brodelt es in ihr, möchte auch sie gern aus ihrer heilen Welt ausbrechen. Alle Figuren haben etwas Ambivalentes, alle schrammen immer knapp am Klischee vorbei, und so wird es ein recht unterhaltsamer und kurzweiliger Abend, der uns vergnüglich vor Augen führt, dass wir fast nie das laut sagen, was wir leise denken, fast nie das tun, was wir wollen; dass uns diese Ambivalenz zermürbt, wir aber ahnen, dass das Leben genau so ist: ein Versteck-Spiel, ein Theater der Träume, eben das, was uns die tollen Schauspieler da auf der Bühne gerade so wunderbar ironisch vorführen.'' schreibt Frank Dietschreit auf kulturradio.de
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