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Geschlechterrollen purzeln durcheinander
  · 03.11.17
Im Untertitel nennt das Kollektiv „She She Pop“ seine neue Inszenierung „50 Grades of Shame“ einen „Bilderbogen“ nach Wedekinds „Frühlings Erwachen“. 

Die Stammbesetzung (Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Ilia Papatheodorou und ihr Quotenmann Sebastian Bark) hat sich mit einigen Gästen (dem Franzosen Jean Chaize, der von der Schaubühne bekannt ist, dem jungen Künstler Jonas Maria Droste, der erfahrenen Schauspielerin Susanne Scholl und der Teenagerin Zelal Yesilyurt) zusammengetan. Mit erfrischender, oft anarchischer Komik lassen sie die Geschlechterrollen durcheinanderpurzeln. 

In einer Parodie auf den Frontalunterricht, unter dem Schülergenerationen wie vor allem die Figuren aus Wedekinds satirischer Pubertäts-Tragikomödie litten, treten sie abwechselnd ans Pult und erteilen dem Publikum „Lektionen“ über Scham und Sexualität. 

Der etwas mehr als anderthalbstündige Abend baut auf einer durchaus pfiffigen Idee auf: Die Körper von Männern und Frauen, Jung und Alt werden in einer Live-Performance vor schwarzen Leinwänden zu androgynen, die Sehgewohnheiten herausfordernden Wesen neu zusammengesetzt. 

Die Uraufführung fand im März 2016 in den Münchner Kammerspielen statt.
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