3.0/5
Bewertungen: 1
Rezensionen: 1
Alle Kritiken ansehen.
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Adaptionen ohne Sinn für die Bühne
  · 28.10.17
''So ist das leider häufig. Etwa die Hälfte der Theaterspielpläne machen inzwischen Romanadaptionen aus – allein in den letzten vier Wochen hat das Kulturradio Bühnenfassungen von epischen Texten von Franz Kafka, Àgota Kristòf, Hans Fallada, Didier Eribon, Sinclair Lewis besprochen. Bei den wenigsten war die Adaption sinnvoll. Denn ein Roman stellt eine geschlossene Kunstform dar; er braucht die Bühne nicht. Ein Regisseur verengt ein Buch immer auf die Bilder, die sich beim Lesen in seiner eigenen Fantasie gebildet haben. Und natürlich ist er gezwungen, den Text auf die Länge eines Theaterabends einzukürzen.

Auch beim "Mädchen mit dem Fingerhut“ gilt: Man hat mehr davon, wenn man den Roman liest, statt Riemenschneiders schöne, aber reduzierte Bühnenfassung vorgetragen zu bekommen. Anders ist das bei einem Theaterstück: Es braucht die Bühne, es muss gesprochen werden. Erst dann öffnet es sich den verschiedenen Lesarten. Das Argument, es gäbe zu wenige gute Stücke, ist obsolet: Mag man Köhlmeiers Romane, muss man ihn beauftragen, ein Stück fürs Theater zu schreiben.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
War die Kritik hilfreich?