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Zähe Collage mit eingestreuten philosophischen Schnipseln
  · 25.10.17
Die Produktion aus dem Dortmunder Megastore war zum Berliner Theatertreffen 2016 eingeladen und wurde dort in den Rathenau-Hallen in Oberschöneweide gespielt. 

Wer den LIDL-Parkplatz und die Pfützen vor dem Eingang überquert hat, trifft dort auf eine bizarres Ritual: stoisch umkreist das Ensemble mehrstöckige Aufbauten, schwenkt das Weihrauchfass und singt dabei voller Inbrunst „In a manner of speaking“ von Tuxedomoon. Willkommen bei der „Borderline Prozession“ des Schauspiels Dortmund. 

In jeder Wabe dieses verschachtelten Ungetüms quälen sich Menschen durch ihren „Alltag“, wie der 1. Teil des knapp dreistündigen Abends überschrieben ist. Ein älteres Paar sitzt beim Frühstück, ein junges Paar duscht und kuschelt, ein Mann trainiert auf dem Rad und entspannt anschließend im Whirlpool, ein Mann legt sich ins Bett. Wieder und wieder spielen sich diese banalen Szenen ab: fast alle gleichzeitig, alle live auf große Videowände übertragen. Der Zuschauer steht vor der Frage, wohin er zuerst blicken soll. Wie im richtigen Leben wird er immer nur einen Ausschnitt der Realität wahrnehmen. Das zähe Treiben wird mit eingestreuten philosophischen und erkenntnistheorischen Schnipseln unterlegt, eine Collage aus Bibel-Texten, Deleuze-Fragmenten und einigem mehr. Weiterlesen
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