3.0/5
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Kraft der Knechtschaft
  · 12.10.17
''Laura Linnenbaum inszeniert Die heilige Johanna der Schlachthöfe an den Bad Godesberger Kammerspielen mit typisierten Figuren und überdeutlicher Symbolik. Das Bühnenbild von Valentin Baumeister ist eine karge Treppe mit großen Stufen, die die Darsteller mal mühevoll hinaufklettern und mal leidvoll hinunterfallen. Pierpont Mauler, seine Bediensteten und seine Konkurrenten tragen graue Anzüge und Glatze. Wilhelm Eilers ist als Mauler wenig sublim bald sogar mit Pelz behängt. Ganz unten befindliche Statisten sitzen als Arbeitslose und Streikende in abgerissener Unterwäsche in einer Art Graben vor der Treppe. Aufgesetzte Schafskopfmasken lassen die entlassenen Arbeiter ununterscheidbar erscheinen und zur anonymen Masse werden. (...)

Leider gerät das Drama arg vorhersehbar, da bereits Anfangs bildhaft klar wird, wer hier die Hosen anhat und sich diese Machthierarchien auch im weiteren Stückverlauf nur bedingt zu verschieben drohen. So werden letztlich vor allem wirtschaftliche Prozesse wie das Ende des Wohlstandes, Überproduktion, Krise und Stagnation und die Widerherstellung des wirtschaftlichen Kreislaufes bild- und wortreich formelhaft mit den unterschiedlichen Parteien als nahezu unabwendbar vorgeführt.'' schreibt Ansgar Skoda am 12. Oktober 2017 auf KULTURA-EXTRA
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