3.0/5
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Eindimensional
  · 10.10.17
''Es kann durchaus reizvoll sein, wenn ein Regisseur seine zugespitzte Interpretation auf der Bühne umsetzt – im besten Fall kann sich ein Stück auf diese Weise einer anderen Zeit öffnen. Hier macht das Regie-Konzept vom freudianischen Traum das Stück und seine Figuren jedoch bloß eindimensional. Alles unterliegt der innerpsychischen Sicht des träumenden Prinzen.

Der Kurfürst, eigentlich eine vielschichtige, intellektuelle Respektsperson, ist nur grausamer Übervater, der Homburg am Ende abknallt. Natalie dagegen lediglich sexuelle Projektionsfläche. Und der Prinz selbst, gespielt vom jungen Moritz von Treuenfels, bleibt ein narzisstisches Kind, dessen Wandlung hin zur Verantwortung nicht nachvollziehbar wird.

Eine Diagnose unserer Zeit? Zwei Stunden lang allein auf die Traum-Weltsicht eines gefühlvollen, aber völlig egozentrischen Somnambulen zu schauen, wird nicht nur Kleist nicht gerecht, sondern für den Zuschauer auf Dauer uninteressant.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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