3.8/5
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Modern & Sinnlich
  · 09.10.17
''Der Text "Komm, süßer Tod", den Bach ursprünglich für eine einzelne Solostimme vertont hat, ist bei Nystedt auf sechs chorische Stimmen verteilt. Diese Stimmen singen in unterschiedlichen Tempi, deshalb erlebt das Publikum gleich zu Beginn des Abends ein erstes, modernes Wunder der Mehrstimmigkeit.

Der Klangeindruck wird dabei nicht nur mit den Ohren, sondern mit allen Sinnen erfahren. Denn zum Gesang kommen in Robert Wilsons szenischem Konzert die Bilder hinzu, Bilder, die aus Licht  entstehen und aus Bewegungen auf geometrischen Bahnen: Immer wieder wechselt der Chor die Stellung, singt zu Beginn im Kreis, begibt sich dann auf die Treppen, die den oberen Saal mit der unten gelegenen Bühne verbinden, singt schließlich in unterschiedlichen Anordnungen auch zentral auf der Bühne, strahlt den Klang in alle Richtungen ab. Die vier Motetten von Johann Sebastian Bach erleben durch Wilsons Bühnen-Bildsprache eine vielfach verstärkte Wirkung.'' schreibt Hans Ackermann auf kulturradio.de
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