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Erinnerungen Syrischer Kriegsfluechtlinge
  · 23.09.17
Nach einer kurzen Einführung im Garderobenfoyer wird die kleine Gruppe (pro Vorstellung nur 10 Besucher) in den großen Saal des HKW geführt, der bei der Berlinale für die Vorstellungen und Preisvorstellungen der Generation 14+ dient. Während wir auf der dunklen Bühne stehen, berichtet eine Männerstimme vom Grauen des syrischen Bürgerkriegs. Nach und nach werden die schemenhaften Umrisse von zehn großen Podesten sichtbar, die mit einigen Metern Abstand in den leeren Publikumsreihen aufgebaut sind.

Beim Einlass durfte jeder auf dem Stadtplan von Aleppo eine Karte auswählen, die ihm nun den Weg zu seinem Podest weist. Auge in Auge sitzt man einem schmucklosen Tisch bei fahler Beleuchtung einem – in den meisten Fällen – deutschen Schauspieler gegenüber, der nach einem kurzen O-Ton vom Band die Lebens- und Fluchtgeschichte eines syrischen Exilanten in Ich-Form auf Englisch erzählt: Wie erlebte er seine Kindheit? Was hat ihn geprägt? An welche Märkte oder prachtvollen Gebäude des nun komplett zerstörten Aleppo erinnert sich? Worauf hofft er?

Als Hintergrundrauschen hört man die Monologe an den Nachbartischen. Die Vorträge dauern kaum länger als 30 Minuten und theatralisch ist dieser Frontalunterricht auch nicht besonders innovativ. Dennoch ist diese politische Performance eine bemerkenswerte Aktion, die Kriegsopfern eine Stimme gibt und im Trubel zwischen Spielzeiteröffnungs-Galas und Volksbühnen-Besetzung nicht untergehen sollte. Weiterlesen
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