Kritik zuCaligula
2.8/5
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Harlekine statt Ideendram
  · 21.09.17
Constanze Becker, die große Tragödin archaischer Thalheimer-Abende, war als Titelheldin angekündigt. Und dann das: die Schauspielerinnen und Schauspieler wirken in den Kostümen von Victoria Behr, die sich durch die enge Zusammenarbeit mit Herbert Fritsch einen Namen gemacht hat, wie arme Tröpfe. Wie ein Gummiball springt Annika Meier in einem gepunkteten Ganzkörper-Overall über die Bühne: auch sie eine feste Größe der Fritsch-Familie, die mit seinen Oberhausener und Volksbühnen-Inszenierungen bekannt wurde.
Leider passt das dadaistisch angehauchte Körpertheater im Fritsch-Stil überhaupt nicht zum kristallklaren Drama von Camus, das im Schatten des Zweiten Weltkriegs 1945 uraufgeführt wurde. Die Patrizier sind von vornherein der Lächerlichkeit preisgegeben und weinerliche Jammerlappen.
Wer die herausragenden Auftritte von Mirco Kreibich in Jette Steckels „Caligula“ vor einem guten Jahrzehnt in der Box des Deutschen Theaters oder von Max Wagner in Lilja Rupprechts Arbeit am Münchner Volkstheater gesehen hat, kann sich hier nur enttäuscht abwenden.
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