Kritik zuDer Untertan
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Windelvoll und mordsgefährlich
  · 09.09.17
Zwischen Schwänen aus Wagners Lohengrin, dem Reichsadler und der Kaiserkrone führt die Inszenierung Der Untertan an der Vaganten Bühne Berlin ins Herz eines Deutschtums, das noch immer schlägt.
Premiere war am 7. September 2017. Lars Georg Vogel hat den Romanstoff von Heinrich Mann für die Bühne bearbeitet. 
Diederich Heßling lernt früh, ein Untertan zu sein: Die Schläge vom Vater erduldet er gern – sie adeln ihn geradezu, denn es schlägt ihn ja der Mann, der sein größtes Vorbild ist. – Gleich nach dem Kaiser selbstverständlich. Diesem hängt Diederich windelvoll, dümmlich und mit infantiler Begeisterung an. Schließlich selbst erwachsen, gilt Diederich die Unterwerfung noch immer als größte Tugend: Er buckelt nach oben und tritt nach unten. Angst, Obrigkeitshörigkeit und Gier leiten ihn unter dem Deckmantel von christlicher Strebsamkeit, Disziplin und Männlichkeit. Im Klima der wilhelminischen Epoche gedeiht seine Mentalität bestens und Diederich Heßling kommt zu (lokal)politischem Einfluss und Macht. Weiterlesen →
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