Bewertung und Kritik zu

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LA TRAVIATA  
von Giuseppe Verdi
Regie: Benjamin Schad
Premiere: 15. Oktober 2017 
Oper Köln

Zum Inhalt: Jetzt! 23 Schauspieler, ein bewohntes Haus mit zehn Zimmern, Dachterrasse, Pool, Garage und bewachter Außenfront. Davor ein mysteriöser Parkplatz mit einem verlassenen Plymouth Voyager Van: Ein Innen und ein Außen, scharf getrennt durch eine Mauer aus Beton und Draht. In dem Haus und auf dem Parkplatz die Gleichzeitigkeit des Ungleichen – zahllose Szenen mit über fünfzig Figuren. Das Leben in allen Facetten: Geburt und Tod, Lachen und Tragödie, Liebe und Politik, Handeln und Stillstand, Hoffnung und Verzweiflung, Ankommen und Wegsehnen – Eruptionen von Gewalt und die Sanftmut des Friedens.
Um das Haus zieht die Prozession, die einer Kamera folgt wie einem Heiligtum. Die Kamera gewährt dem Publikum Einblicke in die Poesie des Alltags, die Unbarmherzigkeit der Krise und die Heiligkeit der Erlösung: Da ist der Mann, der Zwiebeln schneidet. Das Paar bei der Abendtoilette. Die Frau am Kiosk. Die einsame Braut. Der traurige Mann an der Hantelbank. Der Junge der auf den Bus wartet. Die frisch gebackene Mutter. Der Kriegsheimkehrer. Kurz: Die Menschen im Haus – und die vor der Tür. Gedanken, Bilder und Musik aus 5000 Jahren Kulturgeschichte. Was hält diese ganze verdammte Schöpfung und ihre zahllosen Einzelteile eigentlich immer noch zusammen?

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FIDELIO 
von Ludwig van Beethoven
Regie: Michael Hampe 
Premiere: 11. Juni 2017 
Oper Köln 

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Zum Inhalt: Florestan, der sich im Kampf für Recht und Freiheit den Gouverneur Don Pizarro zum Feind gemacht hat, ist auf dessen Betreiben hin widerrechtlich in den Kellern eines Staatsgefängnisses verschwunden. Leonore, seine Frau, schreitet zur Selbsthilfe, indem sie sich – als Mann verkleidet – eine Stellung als Gehilfe des Kerkermeisters Rocco verschafft. Dabei gelingt es ihr tatsächlich, die geplante Liquidation ihres Ehemannes zu verhindern. Nachdem die unrechtmäßigen Machenschaften Pizarros ans Licht gekommen sind und ein rechtsstaatlich gesinnter Minister in Florestan seinen tot geglaubten Freund erkannt hat, bildet ein Hohelied auf Freiheit und Gattenliebe das krönende Finale.

Ludwig van Beethovens in verschiedenen Fassungen zwischen 1805 und 1814 entstandene einzige Oper ist in musikalischer wie textlicher Hinsicht sehr idealistisch auf Weltverbrüderung und Humanität angelegt. Dabei wirft sie – in dem Nebeneinander von Musik und gesprochenen Dialogen, von ungebrochenem Pathos und unserem Wissen um die zu allen Zeiten schlimme Realität – immer wieder Fragen auf. Letztendlich lässt sich die Überlegung anstellen, ob Beethoven hier nun tatsächlich eine Oper geschaffen hat, oder – dem Camouflage-Einsatz der verkleideten Leonore in den Kerkern des Regimes vergleichbar – nicht eher eine als Oper getarnte große Freiheitssymphonie, an der sich auf ewig die Geister scheiden werden. 

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JEANNE D´ARC - SZENEN AUS DEM LEBEN DER HEILIGEN JOHANNA 
von Walter Braunfels
Regie: Tantjana Gürbaca 
Premiere: 14. Februar 2016 
Oper Köln 

Zum Inhalt: Narzisstisch gestörte Fanatikerin oder von hohem Ideal durchdrungene Lichtgestalt? Kaum eine Biografie der vergangenen Jahrhunderte vermittelt sich so faszinierend, verstörend und skandalös wie jene der Jeanne d’Arc, der jungfräulichen Kriegerin in Männerrüstung, unter deren Anführung den französischen Truppen im sogenannten Hundertjährigen Krieg der Sieg gegen die englischen Besatzer gelang. Unabhängig von der Frage, was es mit jenen »Stimmen« auf sich hatte, die diesem einfachen Bauernmädchen aus der Provinz den »göttlichen« Auftrag zur Rettung des französischen Dauphins und späteren Königs Karl VII. eingaben, steht die 19-jährig als Ketzerin Verbrannte, später heilig Gesprochene als zentrale, ganz und gar menschliche Figur inmitten eines schier unglaublichen Geschehens, das sich im Spannungsfeld von religiöser Passion, nationalem Heilbringertum und politischer Intrige abspielt.

Walter Braunfels schuf auf Grundlage der Gerichtsakten von 1431 den Text zu seiner in den Jahren 1938 bis 1942 entstandenen Oper. Der vormalige Rektor der Kölner Musikhochschule, einer der erfolgreichsten und meistgespielten Opernschöpfer der Weimarer Zeit überhaupt, war von den Nationalsozialisten zu diesem Zeitpunkt bereits seiner Ämter enthoben und mit Aufführungsverbot belegt. Mit einer Bühnenrealisierung seiner Johanna-Oper konnte der Komponist mit jüdischen Wurzeln, der in dieser Geschichte Parallelen zur eigenen Biografie und dem Wirken des Nationalsozialismus ausmachte, nicht rechnen.

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RIGOLETTO 
von Giuseppe Verdi  
Regie: Katharina Thalbach 
Premiere: 15. März 2012  
Oper Köln
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Zum Inhalt: Am Hofe des Herzogs von Mantua sind menschenverachtende Schikane und sexuelle Ausschweifung gang und gäbe. Der Hofnarr Rigoletto nimmt in diesem Spiel die Rolle eines zynischmachiavellistischen Kommentators ein. Niemand weiß jedoch von Rigolettos schwacher Seite: Fernab der Öffentlichkeit zieht er seine Tochter Gilda auf, ängstlich bemüht, sie vor den gefährlichen Einwirkungen der Außenwelt zu bewahren. Sein persönlicher Niedergang nimmt seinen Anfang, als Gilda die Bekanntschaft des inkognito auftretenden Herzogs macht.

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Musikalische Leitung: Gabriel Feltz
Inszenierung: Katharina Thalbach

Bühne & Kostüme: Ezio Toffolutti
Licht: Andreas Grüter
Choreografie: Nadine Schori
Chorleitung: Andrew Ollivant
Dramaturgie: Birgit Meyer

TRAILER


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3.6
Durchschnittsnote aller Stücke
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Kritiken: 34

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