Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

CUM-EX PAPERS
Eine Recherche zum entfesselten Finanzwesen
 
Regie: Helge Schmidt 
Premiere: 25. Oktober 2018 
Lichthof Theater Hamburg 

Reservix Ticketing SystemTICKETS ONLINE KAUFEN

Zum Inhalt: Am 18. Oktober 2018 um sechs Uhr morgens veröffentlichten 19 vom Recherchezentrum CORRECTIV koordinierte Medien zeitgleich den größten Steuerraub in der Geschichte Europas: Die CumEx-Files. Das Theaterteam um Regisseur Helge Schmidt durfte den journalistischen Prozess über Monate begleiten und bringt ihn nun exklusiv auf die Bühne.
Ein Jahr recherchierten Journalistinnen und Journalisten aus zwölf Ländern im Verborgenen: Mindestens 55 Milliarden Euro ließen sich Investoren, Banken und Börsenspekulanten unrechtmäßig als Steuer vom Fiskus erstatten. Eine völlig neue Dimension der Finanzkriminalität. Die Sensation: Ein Insider packte aus und eröffnet damit eine neue Perspektive: Was hat es zu bedeuten, wenn sich Reiche auf Kosten der Gemeinschaft weiter bereichern?
Die CUM-EX PAPERS hatten die einmalige Gelegenheit, das Innenleben der Finanzwelt und des investigativen Journalismus dokumentieren zu dürfen. Die maßlose Gier auf der einen und die Spannung rund um den Scoop auf der anderen Seite entwickeln einen enormen Sog: Wie 'Wall Street' und 'Spotlight' in einem.
Im Stile eines Wirtschaftsthrillers bringt CUM-EX PAPERS den vermutlich komplexesten Finanzskandal der Jetztzeit auf die Bühne. Genretypische Elemente entwickeln einen dramaturgischen Sog. Doch die Gewissheiten der bekannten Erzählmuster verschwimmen zusehends. Was ist echt? Wen trifft die Schuld? Wie konnte das überhaupt passieren?

Von und mit: Ruth Marie Kröger, Jonas Anders und Günter Schaupp

Recherche und Text: Franziska Bulban und Alexandra Rojkov
Regie: Helge Schmidt
Choreographie: Jonas Woltemate
Ausstattung: LANIKA (Lani Tran-Duc und Anika Marquardt)
Video: Johanna Seitz
Musik: Frieder Hepting
Licht: Sönke C. Herm
Produktionsleitung: Zwei Eulen
Produktionsassistenz: Laura Uhlig


Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
4.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Gier frisst Hirn
  · 30.10.18
Circa drei Millionen Flitterkonfettis seien auf der Bühne verteilt, rechnet Günter Schaupp vor. Unvorstellbare 55 Milliarden Euros aber haben die Steuerbetrügereien der Banken die Steuerzahler gekostet. Wie soll ein Theatermacher die trockenen Finanzgeschäfte mit den c**-Ex-Papieren auf der Bühne erklären? Helge Schmidt hat sich dieser Aufgabe gestellt. Er hat mit dem Recherche-Team "Correctiv" mit 19 Medienpartnern aus 12 Ländern zusammen gearbeitet, um an Informationen über die c**-Ex-Geschäfte zu kommen, die seit 2001 grenzüberschreitend liefen. Erst ab 2015 gibt es erste gesetzliche Versuche, um diesen einen Riegel vorzuschieben. 

Es werde ein schwieriger Abend, verspricht Ruth Marie Kröger gleich zu Beginn. Es ginge schließlich um finanzpolitische Operationen, die dem Normalbürger nur schwer verständlich seien. Doch sie entwarnt auch: Es gäbe auch einen Witz, Musik, Filmeinspielungen und viel Glitter. Die Filmausschnitte werden auf die runde Vertikaljalousie projiziert, die gleichzeitig zum diskreten Verhörraum werden kann. Schmidt arrangiert eine Mischung aus Doku-Theater und Wirtschaftskrimi. Bei ihm geben die drei Schauspieler abwechselnd den Whilstleblower Sebastian Frey, der die Ermittlungen mit seinen Aussagen ins Laufen brachte. Als Insider berichtet er von der Atmosphäre der Gier, die das Hirn frisst. Die Suche nach den Steuerschlupflöchern wurde zum Beweis der eigenen Genialität. Er erzählt von einer eingeschworene Kaste der cleveren Männer, deren Feind der Staat war, den sie schröpfen konnten. Dass sie dabei eigentlich die kleinen Steuerzahler betrogen, blendeten sie aus. Wer solche Skrupel hatte, war nicht hart genug für dieses Geschäft. 

Die drei Schauspieler mimen diese Männer als Paten einer Geld-Mafia, sie schultern die Geldsäcke wie die Panzerknacker, sie schlüpfen in die Rollen der gewieften Banker und die des Aussteigers. Sie tragen zum Schluss seine Maske zu ihren Glitzerkostümen. Ein tolles Bild zum Abschluss, das im Kopf bleibt. 

Warum blieb die Entrüstung der Bürger aus? Weil das alles nur in den grauen Seiten des Wirtschaftsteil der Zeitungen versteckt war? Die gefüllten Reihen im Lichthof zeigen, dass das Interesse der Zuschauer auf jeden Fall vorhanden ist. Der Lichthof füllt hier eine Lücke, die in einer Gesellschaft der zunehmenden Fehlinformationen fatale Folgen haben kann. Demokratieverdrossenheit ist nur eine davon. Bei der Entrüstung über die Skrupellosigkeit der Banker, die Ohnmacht der Politik, die Macht des Kapitals darf die Gesellschaft nicht stehen bleiben. Schließlich ist in einer Demokratie das mündige Mitwirken der Bürger da oberstes Gebot. 

Birgit Schmalmack vom 30.10.18 
http://www.hamburgtheater.de
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

eventim Reservix Ticketing System



Lichthof Theater
www.lichthof-theater.de
Mendelssohnstraße 15 B - 22761 Hamburg
Telefon: 040 300337480
SPIELPLAN & KARTEN


Reservix Ticketing System

4.0
Durchschnittsnote aller Stücke
5 0
4 2
3 0
2 0
1 0
Kritiken: 2
ANZEIGE

ANZEIGE

 AUF DER BÜHNE © 2019                            
                 Stage Musicals                                   
Toggle Bar