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Bewertung und Kritik zu

DAS GROSSE HEFT
nach dem Roman von Ágota Kristóf
Regie: Ulrich Rasche 
Premiere: 11. Februar 2018  
Staatsschauspiel Dresden
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Das große HeftZum Inhalt: Sie sind Zwillinge. Sie kommen aus der großen Stadt, die bombardiert wird. Jetzt sollen sie bei der Großmutter bis zum Ende des Krieges bleiben.
Einer verrohten Welt im Krieg begegnen die Zwillinge mit Härte. Fernab von der Schule bringen sie sich selbst bei, was sie fürs Überleben brauchen: Sie härten ihre Körper mit Schlägen ab, den Geist mit Schimpfworten – in beiden Fällen mit dem Ziel unempfindlich alles auszuhalten, nicht zu weinen, psychische wie physische Schmerzen nicht mehr wahrzunehmen. Sie betteln, hungern, schlachten, stehlen, töten, stellen sich taub, blind, üben sich in Bewegungslosigkeit. Sie beobachten ihre Umwelt, machen sich Schwachstellen zunutze und setzen an anderer Stelle ihr Wissen mit Kalkül ein. Sie passen sich dieser vom Krieg geprägten Gesellschaft auf ihre Art an, lernen sich zu wehren und entwickeln ihre ganz eigenen Moralvorstellungen. Das Bild einer wohlbehüteten Kindheit lassen sie dabei weit hinter sich und werden zu erbarmungslosen jungen Erwachsenen, die über Leichen gehen. Ihre gewonnenen Erkenntnisse und Wahrheiten tragen sie in das Große Heft ein. So entsteht eine Aufsatzsammlung, die die Übungen und Entwicklung der Zwillinge in schonungslosen kurzen Sätzen ohne Schnörkel oder Gefühlsduselei dokumentiert. 
Ágota Kristóf schildert in ihrem 1987 erschienenen Debutroman die Lebensgeschichte zweier Brüder, bei der Realität, Fiktion und Lüge nah beieinander liegen. Der Roman DAS GROSSE HEFT wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und zum Livre Européen gekürt.

Mit László Branko Breiding, Philipp Grimm, Jannik Hinsch, Harald Horváth, Robin Jentys, Toni Jessen, Moritz Kienemann, David Kosel, Sam Michelson, Johannes Nussbaum, Justus Pfankuch, Daniel Séjourné, Yassin Trabelsi, Alexander Vaassen, Simon Werdelis, Tommy Wiesner

Regie und Bühne: Ulrich Rasche
Bühnenbildmitarbeit: Sabine Mäder
Kostüme und Bühnenbildmitarbeit: Romy Springsguth
Chorleitung: Alexander Weise, Toni Jessen
Komposition: Monika Roscher
Video: Philip Bußmann
Samples, Sound-art: Nico van Wersch
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Jörg Bochow, Katrin Breschke

TRAILER


 
Meinung der Presse zu „Das große Heft“  

Staatsschauspiel Dresden


Deutschlandfunk
Abhärtung zur Unmenschlichkeit


nachtkritik

Marschieren, marschieren

taz

Orgie der Düsternis


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4.0/5 Insgesamt 7 Bewertungen (2 mit Rezension)
2 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ganz Große Räder
  · 14.02.18
''Wenn man an diesem Abend partout irgendwas bekritteln will: Wucht sticht im Zweifel Präzision. Obgleich das chorische Sprechen im Allgemeinen ganz großartig funktioniert, trifft das auf die Bewegungen nach Rasches Choreographie nicht immer zu. Beim Basler Woyzeck, der im Mai auch im Berlin zu erleben sein wird, kann man zusehen, wie perfekt so etwas sein kann, allerdings läuft das Stück dort schon deutlich länger und hat auch deutlich weniger „Massenszenen“. 

Was bleibt zu bilanzieren? Ein Regisseur aus den aktuell oberen VierBisAcht hat in Dresden inszeniert, er hat einen hier noch nicht gespielten Stoff ausgewählt, hat 16 junge Schauspieler zusammengetrommelt, seine kinetische Bühneninstallation entsprechend angepasst, das Budget ordentlich überzogen, den Text eingedampft, den ersten Premierentermin platzen lassen (OK, vor Krankheit ist niemand gefeit) und dann ein sehr ordentliches Stück Theater auf die Bühne gebracht, das vermutlich nur deshalb nicht für das THEATERTREFFEN 2019 in Frage kommt, weil kein Regisseur dreimal hintereinander eingeladen wird. Es hätte schlimmer kommen können. 

Oder nochmal komprimiert zusammengefasst: Das Staatsschauspiel Dresden spielt damit wieder in der ersten Liga.'' schreibt Sandro Zimmermann am 13. Februar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Stampfende Männer auf Drehbühnen
  · 12.02.18
Die Einwände, die gegen diese Premiere in den kommenden Tagen kommen werden, liegen auf der Hand. Ulrich Rasche verwendet die bekannten Theatermittel, für die er bei den Münchner „Räubern“ gefeiert wurde und die ihm mit dem Basler „Woyzeck“ gleich eine zweite Einladung zum Theatertreffen einbrachte. In „Das große Heft“ erleben wir wieder abschüssige Drehbühnen, auf denen die Spieler die Balance halten müssen. Stampfende, halbnackte Männer ziehen ihre Kreise, schreien und brüllen im Chor: perfekt einstudiert von Alexander Weise und so präzise artikuliert, dass jedes Wort zu verstehen ist. Die beiden Drehbühnen sind technisch bei weitem nicht so aufwändig wie die gigantischen Dampfwalzen, an denen die „Räuber“ festgekettet sind und an denen die Techniker des Residenztheaters ein Jahr lang feilten. Aber die Akribie, mit der die beiden Bühnen während des Stücks immer wieder neu arrangiert werden, nötigt Respekt ab. Für die Spieler sind die Balanceakte auf den kippenden Scheiben eine Herausforderung. Bei keinem sehen die Bewegungen so elegant und selbstverständlich aus wie bei László Branko Breiding, der als einziger schon bei den „Räubern“ dabei war.
Kann man „Das große Heft“ also als Aufguss einer bewährten, exzellent geölten Theatermaschinerie abtun? Nein, der Abend hat zwar einige Längen, aber in den stärksten Momenten eine beeindruckende Kraft. Ulrich Rasches Regiestil mit den erbarmungslos vor sich hin ratternden Maschinen und den verzweifelt kämpfenden, schwitzenden Menschen, die sich dagegen so klein ausnehmen, passt hervorragend zu den düsteren, knappen Sätzen aus Ágota Kristófs dystopischem Roman über Zwillinge im Krieg.
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3.6
Durchschnittsnote aller Stücke
5 6
4 6
3 3
2 2
1 2
Kritiken: 9
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