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Bewertung und Kritik zu

BAHNWÄRTER THIEL
nach Gerhart Hauptmann
 
Regie: Felix Lüke 
Premiere: 11. April 2018 
Theaterdiscounter Berlin
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Zum Inhalt: Bahnwärter Thiel hat alle Hände voll zu tun. Jeden Tag kommen mindestens zwei Züge vorbei. Im Bahnwärterhaus plärrt die ganze Zeit das Radio: “Es fährt ein Zug nach Nirgendwo...“. Bei Netflix sind schon alle Filme durchgeguckt und Thiel fängt an, sie zwei, manche sogar dreimal zu gucken. “...und niemand stellt von Grün auf Rot das Licht...“. 
Die 1888 erschienene Novelle Bahnwärter Thiel von Gerhart Hauptmann wird um Material aus Pop und Postmoderne erweitert. Im temporeichen Spiel reflektieren die Schauspieler die hyperschnelle Taktung unserer Gegenwart, die Errungenschaften der Moderne und deren Folgen. Auch Bahnwärter Thiel kommt nicht zur Ruhe. Draußen rauscht es. Erst rasen Züge, dann Autos, dann Daten vorbei. Gestern sah das alles noch anders aus. Das Rauschen wird lauter. Thiel rennt die Schienen entlang, das Rauschen hinter ihm her, ein Stück noch, dann hat er genug. Er bleibt stehen, dreht sich um und lässt etwas Großes auf sich zurasen…
Der erzählerischen Dynamik Hauptmanns folgend verkörpern die beiden Darsteller Felix Lüke und Annekathrin Bach nicht nur den Bahnwärter; sie sind zugleich auch seine Frau, seine Kinder, seine Nachbarn. Ein ganzer Kosmos mit Körper und Stimme zweier Spieler: Hochgeschwindigkeitstheater der Superlative.

Mit Annekathrin Bach / Felix Lüke

Regie: Felix Lüke
Dramaturgie: Anna-Sophie Lühmann
Produktion: Büro Steinheimer
Koproduktion: Theaterdiscounter Berlin


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Zeitige Zugbegleiter
  · 12.04.18
''Was wohl Felix Lüke, Anna-Sophie Lühmann sowie Annekathrin Bach bewogen haben mag, aus der Erzählung zwingend ein Theaterstück zu machen, konnte nach den etwas über 90 Spiel- und Sprechminuten nicht herausbegriffen werden - hätten sie es doch viel lieber mit 'ner insgeheim-stillschweigenden Lektüre dann bewenden lassen und statt dessen meinetwegen ruhig ein echtes Stück vom alten Hauptmann vorgenommen.  

Hauptmanns Novelle wird zum großen Teil originalzitatig abgesprochen, manchmal sogar zweimundig-synchron. Zur Halbzeit wechseln die zwei sprechenden Akteure dann das Gleis und driften ab in eine Art Exkurs über die Zeit an sich; dieses Geplapper täuscht großphilosophische und lebensweisheitliche Dimensionen vor, hört sich dann allerdings sehr klein und kläglich an. Darauf springen die Beiden wieder auf das Ursprungsgleis zurück und fahren mit der Herzitierung jenes Zugunglückes fort. Dann nochmal ein finaler Gleiswechsel (zum wieder aufgenomm'nen Thema "Zeit") - ja und der große Showdown (Thiel killt Kuhmagd und ihr Kind) bleibt leider gänzlich aus. 

Das Alles übrigens in Zugbegleiterkluft und -laune von zwei Dienstbeflissenen im ICE.'' schreibt Andre Sokolowski am 12. April 2018 auf KULTURA-EXTRA
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