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Bewertung und Kritik zu

HASE & IGEL
nach Gebrüder Grimm
Regie: Jan Zimmermann
Hexenberg Ensemble im Pfefferberg Theater - Glaspalast 

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Zum Inhalt: Der Klassiker schlechthin, unser Urgrimm. So lehrten uns die Gebrüder Jacob und Wilhelm, ihre Lügenmärchen spielend wahr zu machen: mittels zwei Akteuren, einem bierdeckelwinzigen Bühnchen und großer Liebe zum wortwörtlichen Detail. Der Originaltext sei so heilig als die Bibel und ernst genommen wie ein Shakespeareschinken. Was da steht, gelte als strenge Handlungsanweisung, auch und gerade wenn der Hase geschlagne dreiundsiebzig Runden mit dem Igel wettrennt. Wer spielt die Igelfrau? Und wie, bittschön, fällt man glaubhaft 73 Mal auf denselben billigen Trick rein? Nun, recht simpel: mit Hilfe des Publikums und mit größtem Vergnügen, ja, das geloben wir: Grimm frei auf dem Märchenberg!

mit Michael Schwager | Roger Jahnke | Andreas Klopp und Torsten Schnier | Vlad Chiriac | Matthias Zahlbaum

Regie: Jan Zimmermann



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Märchen für kleine und große Kinder
Ich bin ein sehr traditionsbewusster Mensch, der die Traditionen mit viel Liebe pflegt. In den letzten Jahren ist in der Winterzeit eine neue Tradition in meinem Leben entstanden. Immer, wenn es dunkler und kälter draußen wird, besuche ich den Glaspalast auf dem Pfefferberg, in dem ab November Grimms Märchen für kleine und große Kinder gespielt werden, so auch am Freitag, den 16.11.18.
 
Während wir im Jahr 2016 die Märchen „Der gestiefelte Kater“ und „Rotkäppchen“ und im Jahr 2017 „Hans im Glück“ und „Schneewittchen“ besucht hatten, standen im Jahr 2018 auf unserer persönlichen Wunschliste die beiden Märchen „Frau Holle“ und „Hase und Igel“. Diesem Wunsch folgten offenbar auch viele andere Leute, denn der Glaspalast war an diesem Tag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Stimmung in der kleinen Glashütte war schon vor dem ersten Märchen bombastisch und wurde nach dem Beginn des ersten Märchens, „Frau Holle“, das mit einer Glocke angekündigt wurde und wie jedes Märchen ca. 30 min. dauerte, ekstatisch.
 
In „Frau Holle“ spielte Ina Gercke, die ich aus dem Märchen „Rotkäppchen“ und dem Theaterstück „Der Geizige“ bereits kannte, die hässliche und faule Schwester. Mal wieder ging Ina Gercke in ihrer Rolle vollkommen auf und setzte ihre ganze Mimik und Gestik auf der Bühne ein, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Die schöne und fleißige Schwester wurde von Friederike Nötting verkörpert. Zwar habe ich an diesem Abend die Schauspielerin zum ersten Mal erleben dürfen, doch hat sie mich mit ihrer Schauspielkunst so überzeugt, dass ich mich schon auf viele weitere Theaterstücke und Märchen mit ihr freue.
„Frau Holle“ wurde zwar sehr verrückt auf der Bühne interpretiert, doch eignete sich die Märchenversion auch für kleine Kinder, da das Märchen auch eine wundervolle Moral enthält: Der Fleiß eines Menschen wird belohnt.
 
Auf das zweite Märchen, „Hase und Igel“, habe ich bereits den ganzen Tag gewartet, denn in diesem Märchen spielten meine beiden Lieblingsschauspieler des Pfefferberg Theaters: Vlad Chiriac kannte ich u.a. aus den Märchen „Rotkäppchen“ und "Hans im Glück" und dem Theaterstück „Der Geizige“, in dem ich auch den Darsteller Michael Schwager kennen lernen durfte.
Beide Schauspieler sind überdurchschnittlich talentiert, da sie nicht nur großartig schauspielern, sondern auch spontan und witzig auf die Zwischenrufe aus dem wie immer bei ihren Theaterstücken begeisterten Publikum reagieren können. So war es auch dieses Jahr so, dass sich die Zuschauer oft vor Lachen nicht einkriegen konnten oder wie kleine Kinder kicherten.
Eine sehr gelungene und unglaublich witzige Interpretation des Märchens, die mehr für die großen Kinder gedacht ist.
 
Mein Fazit: Ich werde auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, denn die Interpretationen von Grimms Märchen durch das Hexenberg Ensemble sind jedes Jahr ein Erlebnis, für Groß und Klein. Dieses Jahr sind auch zwei neue Märchen dabei: „Ali Baba“ und „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“.
Wer mit seinen Kindern kommen möchte, der sollte das Theater nachmittags besuchen, Erwachsene dagegen abends. Wer die Märchen unter Glas erleben möchte, der kann dies noch bis zum 31. Januar 2019 tun. Es werden immer zwei Märchen hintereinander aufgeführt. Erwachsene zahlen 14 Euro, Kinder bis zu 13 Jahren 7 Euro. Also ich wünsche Euch eine märchenhafte Zeit im Glaspalast...
 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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