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Bewertung und Kritik zu

STARDUST – FROM BACH TO BOWIE
Complexions Contemporary Dance Theatre
Premiere: 9. Juli 2019 (Gastspiel) 
Komische Oper Berlin

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Zum Inhalt: David Bowie – Jahrhundertkünstler, schillernde Persönlichkeit, unvergessener Star: Das renommierte Complexions Contemporary Ballet aus New York widmet ihm mit der Choreografie Star Dust eine ganz eigene inspirierende und farbenprächtige Hommage. Tänzerische Perfektion, Eleganz und emotionale Ausdruckskraft verbinden sich ganz natürlich mit Hits wie »Heroes«, »Life On Mars«, »Changes« oder »Space Oddity«“. Im Zusammenspiel mit Kostümen, Make-Up und Lichtdesign entführt die Choreografie das Publikum in den faszinierenden Kosmos der Pop-Ikone.

Beeindruckend präsentiert sich die Company auch mit Bach 25 zu ausgewählten Titeln von Johann Sebastian und Carl Phillip Emanuel Bach. Sensibel greift die Choreografie feine musikalische Details auf und verbindet klassische Elemente mit neuem Bewegungsmaterial. Die New Yorker Ausnahmetänzer zeigen dabei ihr ganzes Können: mal spielerisch, mal feierlich und immer voll außerordentlicher Harmonie.

Das Complexions Contemporary Ballet, gegründet von den früheren Solisten des Alvin Ailey American Dance Theater, Dwight Rhoden und Desmond Richardson, zählt zu den angesagtesten US-amerikanischen Tanzcompagnien. Mit ihrem innovativen und aufregenden Mix aus Klassik, Ballett und Popkultur eröffnet das Ensemble den Zuschauern neue Welten und sorgt regelmäßig international für Furore. 

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5.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Eine Zeitreise vom Feinsten
  · 11.07.19
Star Dust - From Bach to Bowie, allein diese beiden Musiker in einem Zug zu nennen bzw. sie auch noch in einer Show zu präsentieren, könnte erstmal kurze Verwunderung hervorrufen. 
Dann aber hebt sich der Vorhang und bis er sich wieder senkt, wird dem Zuschauer ein tänzerisches Feuerwerk geboten, das beide Künstler gleichsam huldigt; die erste Hälfte des Abends gehört den Bachs, die zweite Bowie. 
Und der gesamte Abend gehört zweifellos dem New Yorker Complexions Contemporary Ballett, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert und dies gerade in Berlin, genauer gesagt in der Komischen Oper, die dem 16-köpfigen Ensemble einen angemessenen Rahmen bietet, noch bis zum 14. Juli.
Einer der beiden Gründer der Truppe, Dwight Rhoden, hat selbst eine äußerst erfolgreiche Karriere als Tänzer hinter sich, bevor er anfing, sich der Choreografie zu widmen. Seine Arbeit steht für eine übergreifende Form von Tanz, die verschiedenste Bewegungs- und Tanzmuster reflektiert und zu einem neuen Ganzen verbindet. Von Bachs Musik fühlt er sich förmlich eingeladen, sie zu choreografieren, sagt er. Ergänzt wird er von Desmond Richardson, ebenfalls Gründer und künstlerischer Ko-Direktor, außerdem ehemaliger Star-Tänzer. Das Ergebnis ist eine Mischung aus klassischem Ballett und modernem Tanz, von Preisen überhäuft, und dargeboten und miterarbeitet von einem Ensemble, das sich mit absoluter Perfektion und Körperbeherrschung bewegt, die Musik förmlich in sich aufzusaugen scheint und keine klassischen Muster bedient, es stehen echte Typen auf der Bühne, die ihre Wurzeln in unterschiedlichen Kontinenten haben.
Der choreografische Einfallsreichtum scheint schier unerschöpflich; ob die Tänzer allein, als Paar oder in der Gruppe agieren, das Zusammenspiel der Tänzerinnen und Tänzer ist fast außergewöhnlich. Dabei wird ja keine fortlaufenden Geschichte erzählt, trotzdem wird immer etwas erzählt, es sind Momentaufnahmen verschiedenster Situationen.
Und wenn die erste Hälfte romantisch, spielerisch oder feierlich gestaltet ist, ist die zweite Hälfte nahezu überbordend an Energie, die sich Bahn bricht, auch die Körper sind bunter, die Gesichter schriller, “Major Tom” ist einer der Höhepunkte oder ist es “1984”? Der Übergang zwischen “Heroes” zu “Modern Love” ist auf jeden Fall grandios, den Tänzern steht der Spaß im Gesicht geschrieben und im Körper, fast jeder darf mal Bowie sein und Playback singen, dies überzeugt nicht immer.
Dafür die Lichttechnik, die zusammen mit Nebelschwaden punktgenau die jeweils passende Atmosphäre herstellt.
Spätestens beim Schlusslied “Let´s Dance” ist der Bann zum Publikum gebrochen, die Truppe fordert förmlich zum Mittanzen auf und die Zuschauer nehmen die Einladung gern an, jetzt fällt auch die Spannung von den Tänzern ab, für ein paar Augenblicke scheint alle Choreografie außen vor zu sein, auch wenn auch diese Bewegungen schon wieder perfekt scheinen.
Ein intensiver Abend, der mit Standing Ovations endet ...
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- die aktuell angesagteste Tanzcompany auf Deutschlandtournee (Berlin, Köln) -

Tanzen ist die leidenschaftlichste Sprache auf der Welt, die die unterschiedlichsten Menschen verbinden kann, und das intensivste Stilmittel der Kunst. Und keine andere Tanzcompany beherrscht im Moment diese Sprache und dieses Stilmittel so gut wie das US-amerikanische Complexions Contemporary Ballet, das mit seiner Deutschlandtournee sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Im Jahr 1994 gründete der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Starchoreograf Dwight Rhoden, den ich schon in der Tanzshow „The Great Gatsby“ bewundern durfte, und der ebenfalls mit Preisen überhäufte Startänzer Desmond Richardson, der bereits mit mehreren Showgrößen gearbeitet hat, in New York das Complexions Contemporary Ballet. Das Complexions Contemporary Ballet gehört aktuell zu den angesagtesten US-amerikanischen Tanzcompagnien.  Die Tänzer der Company kommen aus den USA, Kanada, Australien, Kolumbien sowie aus Japan und Korea. 

Und so stand es für mich außer Frage, dass ich am Dienstag, den 9. Juli 2019, zur Premiere in der Komischen Oper gehen würde, um selbst über das außergewöhnliche Können der Tanzcompany des Chefchoreografen Dwight Rhoden und von Desmond Richardson, des ersten afroamerikanischen Solisten beim American Ballet Theatre, urteilen zu können.

Die Show „STAR DUST – From Bach to Bowie“ soll eine auf den ersten Blick musikalisch und tänzerisch nicht zusammenpassende Verbindung schaffen, zwischen den Tänzen zur Musik des Barockgenies Johann Sebastian Bach und seines Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach und der Pop-Ikone David Bowie.
Um 20 Uhr öffnete sich der rote Vorhang in der fast auf den letzten Platz ausverkauften Komischen Oper Berlin und mit Bach 25 interpretierten 16 Ausnahmetänzer in der ersten Showhälfte tänzerisch die Musik von Johann Sebastian Bach (z.B. Klavierkonzert, D-Moll: „Adagio“) und die seines Sohns Carl Philipp Emanuel Bach.
Zur schweren und imposanten Barockmusik zeigten die grandiosen Talente in Gruppen, Duetten und Soli wunderschöne Choreografien, die eine unmenschliche Körperbeherrschung abverlangten. Diese vertanzte Körperkunst ließ mich sprachlos zurück: Wie kann man zur Barockmusik eine solche atemberaubende Choreografie auf die Beine stellen?!

In der zweiten Showhälfte ging es mit einer innovativen Mischung aus Klassik, Ballett und Popkultur auf der Tanzbühne weiter. Die 16 Tanzgötter widmeten sich nun einem anderen Musikgenie: David Bowie, zu deren Welthits „Space Oddity“ (1969), „Life On Mars“ (1971), „Heroes“ (1977), „Let's Dance“ (1983) und „Lazarus“ (2016) sie pulsierende Choreografien präsentierten. Vor allem die tänzerische Umsetzung des Liedes „Heroes“ hat mich tief bewegt.
Im Gegensatz zur ersten Hälfte waren die Tänzer jetzt wie die Pop-Ikone David Bowie extravagant geschminkt und tanzten in den farbenfrohen Kostümen von Christine Darch mehr in Gruppen.
Eine tänzerisch unglaublich beeindruckende und vielseitige Hommage an die Pop-Legende David Bowie. Jeder der Tänzer übernahm in der Show die Rolle von David Bowie, dessen Persönlichkeit in jedem von uns widerspiegelt werden kann.

Als Zuschauer bemerkte man, wie die Musik die durchtrainierten Körper der Tänzer durchströmte. Dwight Rhoden und die 16 Tänzer schufen sinnliche und leidenschaftliche Choreografien, die international ihresgleichen suchen. Das Lichtdesign von Michael Korsch verhalf diesen emotionalen Tänzen zu etwas Magischem.

Was mich an dem gestrigen Abend besonders inspirierte, war, dass in der Tanzcompagny unterschiedliche Menschen tanzten: Afroamerikaner (u.a.Jared Brunson), früher im Ballett undenkbar große Frauen (Jillian Davis), kleine Männer (Thomas Dilley), Asiatinnen (Eriko Sugimura), Lateinamerikaner (Miguel Solano), Tänzer in ihrer ersten Saison (u.a. Maxfield Haynes) oder in ihrem fünften Jahr (Shanna Irwin). Dieser Zeitgenössische Tanz verband die unterschiedlichsten Individuen zu einem poetischen Ganzen – so wie es David Bowie gewollt hätte – und bestätigte meine Eingangsthese, dass Tanzen verbindet.

Mein Fazit: „STAR DUST – From Bach to Bowie“ ist eine überwältigende Tanzshow, die zurecht mit Beifallsstürmen quittiert wurde. Tänzerische und musikalische Grenzen wurden auf dem tänzerisch höchsten Niveau von 16 Tänzern und deren begnadeten Choreografen an diesem Abend gesprengt. Bis zum 14. Juli 2019 könnt Ihr diese Ausnahmeshow noch in der Komischen Oper Berlin besuchen, danach läuft sie in Köln (16.7.-21.07.19).


© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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