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Clap & Slap

Bewertung und Kritik zu

CLAP & SLAP – Tanz im August / Radialsystem

von: Agnietė Lisičkinaitė, Igor Shugaleev
Premiere: Mai 2025, New Baltic Dance Festival, Vilnius
Deutschland-Premiere: 18. Juni 2026, Kampnagel
Berlin-Gastspiel: 20.–22. August 2026, Radialsystem V, Tanz im August

Künstlerisches Team

Konzept & Choreografie: Agnietė Lisičkinaitė, Igor Shugaleev
Performance: Agnietė Lisičkinaite, Igor Shugaleev
Komposition: Agne Matulevičiūtė
Szenografie: Oles Makukhin
Dramaturgie: Bush Hartshorn
Beratung Regie: Olga Lapina
Licht: Povilas Laurinaitis

Besetzung

Agnietė Lisičkinaite: Performance
Igor Shugaleev: Performance

Über die Inszenierung

„Clap & Slap“ ist ein physisch präziser, humorvoller und zugleich experimenteller Abend, der mit Rhythmus, Timing und der Beziehung zwischen Klang und Körper spielt. Lisičkinaitė und Shugaleev entwickeln eine choreografische Sprache, die zwischen Slapstick, Ritual und minimalistischer Bewegung changiert.

Die Performance arbeitet mit klaren rhythmischen Impulsen, die durch Körperklänge, Gesten und präzise gesetzte Bewegungen entstehen. Die Interaktion der beiden Performer bildet ein dynamisches Spannungsfeld zwischen Kooperation und Konfrontation.

Agne Matulevičiūtės Komposition schafft eine klangliche Struktur, die zwischen Geräusch, Rhythmus und musikalischen Fragmenten wechselt. Oles Makukhins Szenografie bietet einen reduzierten, wandelbaren Raum, der die körperliche Präzision unterstützt.

Bush Hartshorns dramaturgische Arbeit sorgt für eine klare Setzung der szenischen Übergänge, während Olga Lapinas Regieberatung zusätzliche Perspektiven auf Timing und performative Präsenz einbringt. Povilas Laurinaitis’ Lichtgestaltung moduliert den Raum zwischen Intimität und spielerischer Offenheit.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– rhythmische, körperlich präzise Performance
– humorvolle, zugleich minimalistische choreografische Struktur
– starke klangliche und gestische Elemente
– reduzierter, klarer Bühnenraum
– intensives Zusammenspiel der beiden Performer

„Clap & Slap“ ist ein konzentrierter, rhythmischer und überraschend verspielter Abend, der zeigt, wie Klang und Körper miteinander kommunizieren können.

2 Bewertungen

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Agnietė Lisičkinaitė & Igor Shugaleev
6 Tage her.
Kritik

''Gebrochen wird diese von ihnen hochgrandios performte Überspanntheit durch die völlig unvorbereitete Einblendung eines asiatischen Händeklatschen-Spezialisten, der diverse Ausdrucksmöglichkeiten und Handhabungen von zu klatschender Kommunikation erläutert und am Beispiel demonstriert - - Agniete & Igor greifen das auf und geraten diesbezüglich mit dem Publikum in ein von ihnen initiiertes Vor-und-Gruppennachklatschen; das war ansteckend und lustig obendrein.

Schließlich vollziehen sie ein gegenseitiges Ohrfeigengeben und -erhalten - als mehr oder weniger schwerelose Fortsetzung ihrer Oberrückenauspeitschungen.

Menschlich anrührender allerdings sind die autobiografischen Verschriftlichungen, die (auf die Leinwand im Hintergrund gebeamt) detailierte Auskunft ihrer beiden bisherigen Lebensabschnitte geben; unter anderem die Tatsache, dass Igor seine Mutter seit fünf Jahren nicht mehr sah und bis heute nicht weiß, ob seine Aufenthaltsbewilligung (welche vorerst nur bis 2028 für die EU gilt) verlängert werden würde usf.

Zu Tränen gerührt.'' schreibt Andre Sokolowski am 25. August 2026 auf KULTURA-EXTRA

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Spannende Themen zu oberflächlich verhandelt
8 Tage her.
Kritik

Shugaleev war im Sommer 2020 Teil der Oppositionsbewegung gegen Lukaschenko, die bald brutal niedergeschlagen wurde, er floh ins Exil. Lisičkinaite war in ihrer litauischen Heimat bei Protesten vor der russischen Botschaft aktiv und sieht ihr Land an der NATO-Ostgrenze besonders bedroht. Sie hatte sich eigentlich vorgenommen, seit Putins oben erwähnter Voll-Invasion nicht mehr mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die aus Russland oder Belarus stammen. Für dieses Projekt änderte sie ihre Haltung offensichtlich.

Meist in vorproduzierten Videos, später auch während der Live-Performance, in der das Duo um ein Absperrgitter kreist, werden diese Fragen von Schuld und persönlicher Verantwortung angesprochen. Es bleibt aber bei einem kurzen Antippen, die Performance lotet die interessanten Fragen nicht tiefer aus, sondern mündet in eine Selbstgeißelung wie in früheren Jahrhunderten aus der katholischen Liturgie, bis die Rücken des Duos stark gerötet sind. Zwischendurch wird das Publikum noch zum rhythmischen Mitklatschen aufgefordert, woraufhin eine ältere Dame deutlich hörbar ihren Unmut kundtat, als einige Zuschauer minutenlang monoton weiter mitklatschten.

Leider verpasst „Clap & Slap“ die Chance, aus dem spannenden Material mehr als nur eine sympathische Performance für kleinere Nebenbühnen im Rahmen von Festivals zu kreieren.

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