Bewertung und Kritik zu
FREMDE SONNE III: MEDEA IN KORINTH – Deutsches Schauspielhaus Hamburg
von: Roland Schimmelpfennig, Euripides, Franz Grillparzer
Premiere: 27. September 2026, Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Künstlerisches Team
Regie:Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Wicke Naujoks
Musik: Jörg Gollasch
Video: Severin Renke
Licht: Annette ter Meulen
Choreographie: Valentí Rocamora i Torà
Dramaturgie: Sybille Meier
Über die Inszenierung
Mit „Fremde Sonne III: Medea in Korinth“ erreicht Roland Schimmelpfennigs Medea-Trilogie ihren dramatischen Höhepunkt. Die Geschichte folgt Medea in der Fremde, nachdem sie ihre Heimat verlassen hat und in Korinth auf eine Gesellschaft trifft, die ihr zwar Schutz verspricht, ihr jedoch die Rolle der Ausgestoßenen zuweist.
Für den dritten Teil verbindet Schimmelpfennig Motive seiner eigenen Textfassung mit den Medea-Bearbeitungen von Euripides und Franz Grillparzer. Dadurch entsteht eine vielschichtige Perspektive auf eine der berühmtesten Figuren der europäischen Literaturgeschichte.
Karin Beier inszeniert die Tragödie als intensive Untersuchung von Ausgrenzung, Macht, Liebe und Rache. Die Inszenierung richtet den Blick auf die Mechanismen gesellschaftlicher Zuschreibungen und auf die Frage, wie eine Fremde zur Bedrohung erklärt wird.
Johannes Schütz gestaltet einen offenen Bühnenraum, der zwischen antikem Mythos und gegenwärtiger Realität vermittelt. Wicke Naujoks' Kostüme verbinden historische Anspielungen mit zeitgenössischen Elementen und betonen die gesellschaftlichen Gegensätze innerhalb der Handlung.
Jörg Gollaschs Musik, die Videoarbeiten von Severin Renke sowie das Lichtdesign von Annette ter Meulen schaffen eine atmosphärisch dichte Bildwelt. Die Choreographie von Valentí Rocamora i Torà setzt körperliche Impulse und verstärkt die emotionale Wucht des Stoffes.
Sybille Meiers Dramaturgie verbindet die unterschiedlichen literarischen Vorlagen zu einer klaren theatrale Struktur und macht Medeas Geschichte als zeitlose Erzählung über Fremdheit, Zugehörigkeit und Gewalt erfahrbar.
Besondere Aspekte dieser Produktion
– Abschluss von Roland Schimmelpfennigs Medea-Zyklus
– Verbindung von Schimmelpfennig, Euripides und Grillparzer
– bildstarke Regie von Karin Beier
– atmosphärische Verbindung von Musik, Video und Choreographie
– zeitgenössische Reflexion über Fremdheit und Ausgrenzung
„Fremde Sonne III: Medea in Korinth“ führt den antiken Mythos in die Gegenwart und erzählt Medeas Tragödie als eindringliche Geschichte über Zugehörigkeit, Macht und gesellschaftliche Gewalt.





