DeutschesSchauSpielHausHamburg
www.schauspielhaus.de
Kirchenallee 39 - 20099 Hamburg
Telefon: 040.24 87 10
SPIELPLAN & KARTEN


WIR EMPFEHLEN



Fremde Sonne III: Medea in Korinth

Bewertung und Kritik zu

FREMDE SONNE III: MEDEA IN KORINTH – Deutsches Schauspielhaus Hamburg

von: Roland Schimmelpfennig, Euripides, Franz Grillparzer
Premiere: 27. September 2026, Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Künstlerisches Team

Regie:Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Wicke Naujoks
Musik: Jörg Gollasch
Video: Severin Renke
Licht: Annette ter Meulen
Choreographie: Valentí Rocamora i Torà
Dramaturgie: Sybille Meier

Über die Inszenierung

Mit „Fremde Sonne III: Medea in Korinth“ erreicht Roland Schimmelpfennigs Medea-Trilogie ihren dramatischen Höhepunkt. Die Geschichte folgt Medea in der Fremde, nachdem sie ihre Heimat verlassen hat und in Korinth auf eine Gesellschaft trifft, die ihr zwar Schutz verspricht, ihr jedoch die Rolle der Ausgestoßenen zuweist.

Für den dritten Teil verbindet Schimmelpfennig Motive seiner eigenen Textfassung mit den Medea-Bearbeitungen von Euripides und Franz Grillparzer. Dadurch entsteht eine vielschichtige Perspektive auf eine der berühmtesten Figuren der europäischen Literaturgeschichte.

Karin Beier inszeniert die Tragödie als intensive Untersuchung von Ausgrenzung, Macht, Liebe und Rache. Die Inszenierung richtet den Blick auf die Mechanismen gesellschaftlicher Zuschreibungen und auf die Frage, wie eine Fremde zur Bedrohung erklärt wird.

Johannes Schütz gestaltet einen offenen Bühnenraum, der zwischen antikem Mythos und gegenwärtiger Realität vermittelt. Wicke Naujoks' Kostüme verbinden historische Anspielungen mit zeitgenössischen Elementen und betonen die gesellschaftlichen Gegensätze innerhalb der Handlung.

Jörg Gollaschs Musik, die Videoarbeiten von Severin Renke sowie das Lichtdesign von Annette ter Meulen schaffen eine atmosphärisch dichte Bildwelt. Die Choreographie von Valentí Rocamora i Torà setzt körperliche Impulse und verstärkt die emotionale Wucht des Stoffes.

Sybille Meiers Dramaturgie verbindet die unterschiedlichen literarischen Vorlagen zu einer klaren theatrale Struktur und macht Medeas Geschichte als zeitlose Erzählung über Fremdheit, Zugehörigkeit und Gewalt erfahrbar.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– Abschluss von Roland Schimmelpfennigs Medea-Zyklus
– Verbindung von Schimmelpfennig, Euripides und Grillparzer
– bildstarke Regie von Karin Beier
– atmosphärische Verbindung von Musik, Video und Choreographie
– zeitgenössische Reflexion über Fremdheit und Ausgrenzung

„Fremde Sonne III: Medea in Korinth“ führt den antiken Mythos in die Gegenwart und erzählt Medeas Tragödie als eindringliche Geschichte über Zugehörigkeit, Macht und gesellschaftliche Gewalt.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
  • 5 Stern(e)
    0
  • 4 Stern(e)
    1
  • 3 Stern(e)
    0
  • 2 Stern(e)
    0
  • 1 Stern(e)
    0
Furioses Finale mit Lina Beckmann
17 Tage her.
Kritik

Verzweifelt kniet Beckmanns Medea zu Beginn des finalen Teils und schildert ihr Seelenleben: sie fühlt sich von Jason verraten und in der Fremde allein und ausgegrenzt. Eine tief verletzte, perspektivlose Seele klagt ihr Leid, ringt um Auswege, bekommt aber nur eine Abfuhr, vom aalglatten Jason (Striesow) ebenso wie von Kreon, den der erkrankte Michael Wittenborn spielen sollte, für den im letzten Teil Samuel Weiss einsprang.

Beckmann, die oft auf die Rolle der Komödiantin mit großem Herz und großer Schnauze abonniert scheint, zeigt sich hier als große Tragödin, die die Facetten und Gedanken ihrer Figur so plausibel erlebbar macht, dass als nachvollziehbare letzte Option nur noch bleibt, zum Äußersten zu gehen und die Kinder mit in den Abgrund zu reißen.

Ein kurzer comic relief mit Wolfram Koch, der eigens für seine kleine Szene als Gast engagiert wurde, erscheint verzichtbar und unterbricht den atmosphärisch dichten Spannungsbogen nur unwesentlich. Ein toller Effekt ist, dass Beckmann immer wieder in den Saal brüllt und ihr ein Echo aus Sängerinnen und Schlagwerk-Spielerinnen aus allen Ecken von Parkett und Rang antwortet.

Weiterlesen

Show more
0 von 0 Person(en) gefiel diese Kritik

PDF-Datei: 29,95 € 23,95 €


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI


AUSWAHL

Weitere Formate auf Amazon & Play:
Taschenbuch / Kindle: 39,95 €
Google eBook: 29,95 €


Nach Zahlungseingang erhalten Sie die PDF-Datei innerhalb von 24 Stunden per E-Mail.



WIR EMPFEHLEN