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Fremde Sonne II: Medea in Kolchis

Bewertung und Kritik zu

FREMDE SONNE II: MEDEA IN KOLCHIS – Deutsches Schauspielhaus Hamburg

von: Roland Schimmelpfennig
Premiere: 27. September 2026, Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Künstlerisches Team

Regie:Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Wicke Naujoks
Musik: Jörg Gollasch
Video: Severin Renke
Licht: Annette ter Meulen
Dramaturgie: Sybille Meier

Besetzung

Ensemble: Lina Beckmann, Sebastian Blomberg, Devid Striesow, Kristof Van Boven

Über die Inszenierung

Mit „Fremde Sonne II: Medea in Kolchis“ setzt Roland Schimmelpfennig seine Auseinandersetzung mit antiken Stoffen fort und richtet den Blick auf die Zeit vor Medeas Flucht und ihrer Begegnung mit Jason. Der Mythos wird dabei nicht als bekannte Tragödie erzählt, sondern als poetische Erkundung von Herkunft, Identität und Verlust.

Karin Beier entwickelt aus Schimmelpfennigs Text eine vielschichtige Inszenierung, die Mythologie, Gegenwart und persönliche Erinnerung miteinander verbindet. Die Geschichte wird als atmosphärischer Bilderstrom erfahrbar, in dem sich individuelle Schicksale und kollektive Erzählungen überlagern.

Johannes Schütz gestaltet einen offenen, wandlungsfähigen Bühnenraum, der zwischen archaischer Landschaft und abstrakter Theaterwelt changiert. Wicke Naujoks’ Kostüme verbinden zeitlose Elemente mit zeitgenössischen Akzenten und betonen die Fremdheit und Eigenständigkeit der Figuren.

Jörg Gollaschs Musik schafft einen atmosphärischen Klangraum, der die poetische Struktur des Textes unterstützt. Die Videoarbeiten von Severin Renke und das Lichtdesign von Annette ter Meulen erweitern die Bühne um visuelle Ebenen und verstärken die mythische Dimension des Geschehens.

Sybille Meiers Dramaturgie verbindet die unterschiedlichen Zeitebenen und Motive zu einer präzisen Erzählstruktur, die Medeas Geschichte aus einer neuen Perspektive beleuchtet.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– neue Perspektive auf den Medea-Mythos
– poetische Sprache von Roland Schimmelpfennig
– bildstarke Regie von Karin Beier
– präzise Verbindung von Musik, Video und Licht
– zeitgenössische Reflexion über Herkunft und Identität

„Fremde Sonne II: Medea in Kolchis“ verbindet Mythos und Gegenwart zu einem atmosphärischen Theaterabend, der Medeas Geschichte neu erzählt und ihre Vorgeschichte in den Mittelpunkt rückt.

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Meta-Spaß-Geplänkel mit Kabinettstückchen
17 Tage her.
Kritik

Als es Sonntag Nachmittag in die 2. Marathon-Runde geht, sitzen uns auf einer wie bei ihm üblich gähnend leeren Bühne Lina Beckmann in legerer Jogginghose, Kristof van Boven, Devid Striesow und der neu hinzugestoßene Sebastian Blomberg auf weißen, schlicht-funktionalen Plastikstühlen gegenüber. Sie sinnieren über mögliche Anfänge und Handlungsverläufe in Kolchis nach der Ankunft von Jason und seinen Argonauten: ein kleiner Meta-Spaß über das Erzählen.  

Statt Antiken-Blockbuster erleben wir in diesem Mittelteil „Medea in Kolchis“ eine lose Abfolge von Kabinettstückchen, die an Arbeiten von Thorsten Lensjng erinnert. Nicht nur, aber eben auch weil mit Blomberg und Striesow zwei Stammkräfte seiner Theater-Wahlfamilie auf der Bühne stehen.

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