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Le Paradoxe de John

Bewertung und Kritik zu

LE PARADOXE DE JOHN – HAU2 Berlin

Premiere: 7. November 2025, La Commune, Centre dramatique national d'Aubervilliers, Paris
Deutsche Premiere: 20. Februar 2026, HAU2
Konzept, Inszenierung und Bühnenbild: Philippe Quesne
Text: Laura Vazquez
Kostüme: Anna Carraud
Kostümassistenz: Mirabelle Perot
Bühnenmanagement und künstlerische Zusammenarbeit: François Boulet und Marc Chevillon
Technische Mitarbeit: Thomas Laigle
Malerei und Dekor: Marie Maresca
Produktion: Alice Merer / Vivarium Studio
Musik von: Noel Boggs, Fred Buscaglione, John Cage, Morton Feldman, Friedrich Hollaender, Lucy Railton, Franz Schubert, Demetrio Stratos und Riz Ortolani

Über die Inszenierung

„Le Paradoxe de John“ entwickelt eine theatrale Versuchsanordnung, in der Beobachtung, Wahrnehmung und die Konstruktion von Realität im Mittelpunkt stehen. Philippe Quesne verbindet performative Elemente, musikalische Fragmente und visuelle Setzungen zu einem szenischen Raum, der zwischen Alltagssituation, Labor und poetischer Installation changiert. Die Inszenierung arbeitet mit langsamen Bewegungen, präzisen Bildern und atmosphärischen Übergängen, die die Wahrnehmung der Zuschauerinnen und Zuschauer schrittweise verschieben.

Das Bühnenbild, ebenfalls von Quesne gestaltet, schafft eine Umgebung, die gleichzeitig funktional und rätselhaft wirkt. Anna Carrauds Kostüme unterstützen die feinen Rollenwechsel und markieren unterschiedliche Erscheinungsformen der Figuren. Die musikalische Auswahl reicht von experimentellen Kompositionen bis zu historischen Stücken und bildet eine vielschichtige akustische Ebene, die zwischen Struktur, Stimmung und Irritation vermittelt. Die technische Mitarbeit und das Bühnenmanagement ermöglichen präzise Abläufe, die für Quesnes Arbeitsweise charakteristisch sind.

Ensemble

  • Isabelle Angotti
  • Céleste Brunnquell
  • Marc Susini
  • Veronika Vasilyeva-Rije
  • Marc Chevillon

Besondere Aspekte dieser Inszenierung

  • eine poetische Versuchsanordnung, die Wahrnehmung, Beobachtung und Realität hinterfragt
  • ein Bühnenraum, der zwischen Installation, Labor und alltäglicher Umgebung wechselt
  • eine musikalische Struktur, die aus historischen, experimentellen und atmosphärischen Stücken besteht
  • präzise choreografierte Abläufe, die Quesnes charakteristische Langsamkeit und Bildhaftigkeit betonen
  • ein Ensemble, das mit minimalen Gesten und feinen Verschiebungen arbeitet

Die Produktion untersucht, wie sich Bedeutung in kleinen Bewegungen, atmosphärischen Veränderungen und der Überlagerung verschiedener Wahrnehmungsebenen formt und welche poetischen Räume daraus entstehen.

1 Kritik

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Marthaler auf Französisch
12 Stunden her.
Kritik

''Marc Susini (als John, der Vater von zwei Töchtern??), Veronika Vasilyeva-Rije (als Olga) und Céleste Brunnquell (als ihre Schwester mit Fuchsfell) treten auf und machen sich als Möchtegernkünstlertrio bei der Möchtegerngalaristin bemerkbar - und mittels in der verlassenen Serge-Wohnung herumstehender und -hängender Exponate, alles Einrichtungsgegenstände von früher, sollen oder wollen die drei nunmehr probieren, was und wie aus ihnen Möchtegernkunst entstünde. Das alles funktioniert auf hochabsurde Art und Weise, also alles, aber auch wirklich alles, was es da im Nachhinein in der von Serge verlassenen Wohnung zu entdecken gibt, wird als (Möchtegern-)Kunst betrachtet und performt; und es wird ellenlang hierüber philosophiert - - mitunter führt das zur gelegentlicher Ermüdung beim Zuhören und Zusehen, auch weil sich vieles erwartbar wiederholt.

Schlussendlich - und das ist dann der Mega-Gag dieser Performance - verselbstständigen sich fünf unter grauen Pferdedecken befindliche Figuren, die als quasi Untote des nicht anwesenden Serge identifizierbar sind; die darunter befindlichen Mitspieler bzw. Mitspielerinnen werden dann leider nicht beim Schlussapplaus gezeigt, sie bleiben leider, leider, leider unter ihren grauen Pferdedecken stecken und erhaltern sodurch keinerlei direkten Dank von uns, also von Mensch zu Mensch; wie schade aber auch.

Ich hatte das Gefühl bei einem Marthaler auf Französisch beigewohnt zu haben, was als unbedingtes Kompliment zu verstehen sein soll.'' schreibt Andre Sokolowski am 21. Februar 2026 auf KULTURA-EXTRA

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