Bewertung und Kritik zu
BLUTBROT – Theater Aachen
Premiere: 26. September 2025 (Uraufführung)
Von: Miriam Unterthiner
Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises 2025
Deutsches Theater ATT: 6. Juni 2026
Künstlerisches Team
Regie, Bühne und Musik: Jakob Weiss
Kostüme: Elena Gaus
Video: Luca Fois
Licht: Dirk Sarach-Craig
Dramaturgie: Dominic Friedel, Kerstin Grübmeyer
Ensemble
- Nola Friedrich – Das Dorf
- Thomas Hamm – Das Dorf
- Philipp Manuel Rothkopf – Das Dorf
- Janina Sachau – Das Dorf
- Elke Borkenstein – Das Brot, Die Landschaft
- Maurice Läbe – Die unablässige brotessende Autorin
Über die Inszenierung
„Blutbrot“ entfaltet eine atmosphärisch dichte, symbolisch aufgeladene Welt, in der kollektive Identität, Ritual und Körperlichkeit ineinandergreifen. Jakob Weiss führt Regie, gestaltet die Bühne und komponiert die Musik – ein geschlossenes, handschriftliches Konzept, das den Abend prägt.
Die vier Darstellerinnen und Darsteller, die gemeinsam „Das Dorf“ verkörpern, bilden ein vielstimmiges, körperlich präsentes Ensemble, das zwischen Gemeinschaft, Anonymität und individueller Regung changiert. Die Figur der brotessenden Autorin setzt einen performativen Kontrapunkt, der das Geschehen kommentiert und zugleich unterläuft.
Die Bühne von Jakob Weiss arbeitet mit reduzierten, zugleich suggestiven Bildern, während Elena Gaus’ Kostüme und Luca Fois’ Videoarbeiten die Atmosphäre zwischen Realität und Symbol verdichten. Das Lichtdesign von Dirk Sarach‑Craig schafft Kontraste, die die rituellen und körperlichen Momente des Abends hervorheben.
Besondere Aspekte dieser Produktion
- ein geschlossenes Regie‑, Bühnen‑ und Musikkonzept von Jakob Weiss
- eine starke Ensembleleistung durch die vier „Dorf“-Darstellerinnen und -Darsteller
- eine performative Meta‑Ebene durch die brotessende Autorin
- eine visuelle und atmosphärische Verdichtung durch Video und Licht
- eine Inszenierung, die zwischen Ritual, Symbol und Körperlichkeit oszilliert
„Blutbrot“ zeigt, wie Theater kollektive Bilder erzeugen kann – roh, poetisch und körperlich intensiv.

